Zeitung Heute : Großauftrag brachte den Durchbruch - MetaDesign aus Berlin ist in der Schweiz ein Begriff

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Begonnen hat alles in Berlin. Hier ging MetaDesign 1990 an den Start. Das Ziel des kreativen Unternehmens: das optische Erscheinungsbild seiner Kunden zu verbessern. Heute beschäftigt Meta Design 250 Mitarbeiter und gehört weltweit zu den Top 10 der Branche. Neben Berlin unterhält das Unternehmen mittlerweile auch Standorte in San Francisco – und in Zürich.

„Die geografische Lage im Zentrum Europas ist einfach einmalig“, sagt Bruno Schmidt, Geschäftsführer von MetaDesign in der Schweiz. Mit ihren drei Hauptkulturen sei die Schweiz „ein Tor zu den Nachbarländern“. Und genau das will das Unternehmen: möglichst nah dran sein an seinen Kunden.

Dabei lief es in Zürich anfangs alles andere als gut. „In der Schweiz ist Networking noch wichtiger als anderswo“, sagt der gebürtige Deutsche Schmidt. „Wenn man nicht in St. Gallen studiert hat und nicht in der Armee war, hat man ein Problem.“ Doch langsam konnte sich Meta Design durchsetzen, beteiligte sich an Ausschreibungen und Wettbewerben, steigerte so die eigene Bekanntheit.

Der Durchbruch kam vor drei Jahren. Damals machte die 150 Jahre alte Versicherungsgesellschaft Swiss Life – ein Pionier der Lebensversicherung – eine tiefe Krise durch. Mit einem Befreiungsschlag wollte sich das Unternehmen ein neues Image geben – und ein komplett neues Aussehen gleich dazu. MetaDesign erhielt den Großauftrag – und ist seitdem aus der Schweizer Design-Szene nicht mehr wegzudenken. „Swiss Life hat uns nach oben gespült“, erzählt Schmidt.

Bei ihrer Arbeit gehen die MetaDesigner äußerst gründlich vor. In ein- bis zweiwöchigen Workshops versuchen sie, die Marke oder das Produkt des Auftraggebers im Detail kennen zu lernen. Dazu werden die Top-Manager eingeladen, „damit wir aus ihnen herauskitzeln, was ihr Unternehmen im Kern ausmacht“, berichtet André Stauffer, der Kreativdirektor von Meta Design. „Am Anfang sagen sie alle, dass sie flexibel, dynamisch und innovativ seien. Unsere Aufgabe ist es, das wirklich Einmalige heraus zu finden.“

Dieses Einmalige versuchen die Designer dann optisch umzusetzen. Dazu sammeln sie Farben, Bilder und Begriffe, die assoziativ zu dem Unternehmen passen. Aus einer Fülle von Material engen sie sie die Auswahl schließlich immer weiter ein, bis nur noch der Kern übrig bleibt: ein Logo, ein Schriftbild oder eine einheitliche Bildsprache.

Dieses Ergebnis sollte der Kunde dann auf alle nur denkbaren Anwendungsbereiche übertragen. „Die Produkte, die Werbung, die PR – das Design muss überall gleich sein“, sagt Stauffer. Auch beim Internetauftritt oder bei einem Messestand sollte sich das Unternehmen an die Design-Regeln halten. Nur bei den Inhalten, da hält sich MetaDesign heraus: „Das ist dann die Aufgabe von Werbeagenturen“, erklärt Stauffer.

Dass MetaDesign in die Schweiz gekommen ist, hat Geschäftsführer Schmidt nicht bereut. Der Mix aus internationalen Unternehmen vor Ort stelle schließlich eine reizvolle Herausforderung dar. Doch auch im Unternehmen selbst profitiert MetaDesign von Multi-Kulti: „Die deutsche und die Schweizer Kultur sind sehr verschieden“, sagt Schmidt. „Das bedeutet natürlich eine große Reibungsfläche. Im Kreativprozess bringen uns diese Reibungen aber immer wieder weiter.“ awm

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