Zeitung Heute : Große Kleinkunst

Die Bar jeder Vernunft feiert ihr 15. Jubiläum – und macht „Cabaret“ zum Dauerbrenner im Spiegelzelt

Cay Dobberke

„Am Anfang haben wir alles falsch gemacht“, gibt Holger Klotzbach zu: Als er mit Lutz Deisinger 1992 die Bar jeder Vernunft im Jugendstil-Spiegelzelt an der Schaperstraße eröffnete, fiel die Premiere auf das Pfingstwochenende, an dem keine Zeitungen erschienen – das Presseecho blieb weitgehend aus. Einige Monate später stand die Bühne, die nie Subventionen erhalten hat, sogar kurz vor der Pleite.

Heute aber ist sie eine der bekanntesten deutschen Spielstätten für Chansons, Comedy und sonstige komische Kleinkunst. Zum 10. Geburtstag kam das größere Tipi-Zelt im Tiergarten hinzu. Bisher wurden 1,5 Millionen Besucher gezählt.

Besonders erfolgreich war das Musical „Cabaret“, 100 000 Besucher sahen es in 500 Aufführungen. Cabaret läuft seit 2004 und ab diesem Herbst permanent im Zelt. Der erste große Erfolg war 1994 die neu inszenierte Operette „Im Weißen Rößl am Wolfgangsee“ mit Otto Sander, Meret Becker, Max Raabe und den Geschwistern Pfister. Seither geben sich bekannte Künstler die Klinke in die Hand – im Juni unter anderem Malediva und Desirée Nick. Nur Haushündin Lilly darf nicht mehr ins Rampenlicht. Einst endete ein Soloauftritt laut Klotzbach damit, dass sie „auf die Bühne kackte“.

Keine Sorge bereitet ihm der geplante Umzug des Zeltes wegen eines Wohnungsbauprojekts. Denn es geht nur um eine Verlegung um wenige Meter in Richtung Schaperstraße. „Und vor 2009 geschieht da nichts.“

— Informationen im Internet:

www.bar-jeder-vernunft.de

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