Zeitung Heute : Große Maschinen und kleine Schlawiner

08.05.2011 02:00 Uhr
Technik für morgen. An der TU Berlin (im Bild Doktoranden des Instituts für Optik und Atomare Physik) wird zunehmend fächerübergreifend geforscht. Zukunftsthemen sind unter anderem die Gestaltung von Lebensräumen, Information und Kommunikation sowie Mobilität und Verkehr. Foto: TU Berlin/Pressestelle/Dahl Foto: Technische Universitaet Berlin/U
Technik für morgen. An der TU Berlin (im Bild Doktoranden des Instituts für Optik und Atomare Physik) wird zunehmend fächerübergreifend geforscht. Zukunftsthemen sind unter anderem... - Foto: Technische Universitaet Berlin/U

In Adlershof lernt man Tür an Tür mit 800 Unternehmen. Auch die Fachhochschulen setzen auf viel Praxis Junge Kinder schon in der Kita richtig fördern

Die Berlinerin Alice Salomon war ihrer Zeit weit voraus: Schon 1906 promovierte sie über die ungleiche Bezahlung von Männer- und Frauenarbeit, und sie engagierte sich in der sozialen Bildung. An der Alice-Salomon-Hochschule Berlin (www.ash-berlin.eu) können Studierende heute der Spur der Namensgeberin folgen, und zum Beispiel einen Bachelor in Sozialer Arbeit machen. Andere Bachelorangebote sind die Studiengänge „Gesundheits- und Pflegemanagement“, Physiotherapie/Ergotherapie und „Erziehung und Bildung im Kindesalter“. Letzterer qualifiziert die Absolventen für die Arbeit mit Null- bis Zwölfjährigen – und macht sie in Zeiten von frühkindlicher Bildung und Ganztagsschulen zu gefragten Arbeitskräften.

Angesichts des riesigen Berliner Studienangebots kann Orientierungslosen anfangs schon ein wenig schwindelig werden. Mit den vier Universitäten, acht Fachhochschulen, drei Kunst- und 18 Privaten Hochschulen bietet die Hauptstadt viele Möglichkeiten – ohne dafür Studiengebühren zu verlangen.

Insgesamt forschen, studieren, lehren und arbeiten knapp 200 000 Menschen in Berlin. Etwa 6000 davon lernen auf dem Campus Adlershof, auf dem die Humboldt-Universität (HU) ihre Institute für Chemie, Informatik, Mathematik, Physik, Psychologie und Geographie angesiedelt hat (www.adlershof.hu-berlin.de). Im Fach Geographie können Studierende auf den Bachelor zum Beispiel einen Masterstudiengang zur „Geographie der Großstadt“ draufsetzen. In Adlershof sind sie ganz nah dran an der Praxis; in unmittelbarer Nachbarschaft arbeiten mehr als 800 Firmen an neuen Erfindungen.

Berlins Universität der Künste (UDK) ist Europas größte Kunsthochschule (www.udk-berlin.de). Rund 4600 junge Menschen versuchen hier, ihre Leidenschaft durch einen Studium in den Bereichen Bildende oder Darstellende Kunst, Gestaltung oder Musik zum Beruf zu machen. Studierende der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation lernen dort zum Beispiel, Kampagnen strategisch und gestalterisch so zu konzipieren, dass diese vom Publikum wahrgenommen werden. Berufsfelder für die Absolventen sind unter anderem der PR- oder Medienbereich oder öffentliche Institutionen.

An der UDK wird auch der Studiengang „Szenisches Schreiben“ angeboten, der von dem Dramatiker John von Düffel geleitet wird. Die Absolventen arbeiten vor allem für das Theater, aber auch für Film und Fernsehen.

Ein weltweit einmaliges Lehrangebot können seit diesem Semester Bachelorstudenten der Geschichts- und Kulturwissenschaften an der Freien Universität (www.fu-berlin.de) nutzen: Das Modul beschäftigt sich mit der sogenannten Provenienzforschung, also der Untersuchung der Herkunftsgeschichte von Kunstwerken und Kulturgütern. Das Angebot bringt den Studierenden Grundlagen, Terminologie und Methoden dieser Disziplin nahe – durch Veranstaltungen und Praktika in Museen, Archiven und dem Kunsthandel. Sie lernen, die Herkunft und den Verbleib von Kunstwerken zu recherchieren und setzen sich auch mit politischen, rechtlichen und moralisch-ethischen Fragen auseinander.

Die Technische Universität Berlin (www.tu-berlin.de) bietet den spannenden, sechssemestrigen Bachelorstudiengang Economics an, auf den der Master „Industrial und Network Economics“ folgt. Dabei geht es um die Analyse von Netzindustrien, zum Beispiel die Bereiche Verkehr, Telekommunikation, Wasser, Gesundheitsversorgung und Infrastruktur.

Das umfassende Angebot aller Berliner Fachhochschulen schließlich böte genug Stoff für einen weiteren Artikel. Zum Glück hatten sechs von ihnen ein Einsehen und haben für Studieninteressierte einen gemeinsamen Internetauftritt gestaltet (www.fachhochschulen- in-berlin.de), der zu den jeweiligen Einrichtungen verlinkt. Pädagogik, Sozialwesen, Technik, Recht, Wirtschaft und Verwaltung – wer sich hier informieren will, sollte genug Zeit mitbringen. Allen gemeinsam ist die praktische Ausrichtung des Studiums mit frühen Kontakten in Wirtschaft und Arbeitswelt – gute Bedingungen für einen späteren Berufsstart.

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