Zeitung Heute : Großer Krach im Tiergarten: Nicht jeder mag die Hüpfparade

Stephan Wiehler

Mitten in Berlin gibt es jeden Sommer ein riesiges Fest. Dann kommen über eine Million Menschen von überall auf der Welt in den Tiergarten und feiern die Love Parade. Das ist Englisch und bedeutet Liebesparade. Und die geht so: Alle ziehen sich verrückte Sachen an und hüpfen und tanzen über die breite Straße, die durch den Park führt. Sie tanzen zu Musik, die so laut ist, dass die Erde bebt. Die Musik heißt Techno und kommt aus Lautsprechern, die so groß sind, dass sie von Lastwagen transportiert werden müssen. Auch auf den Lastwagen hüpfen und tanzen die Leute, bis die Lastwagen wackeln. Manche Leute nehmen sogar kleine, bunte Pillen ein, um noch besser hüpfen und tanzen zu können. (Aber das solltet ihr nicht nachmachen, weil davon das Gehirn kaputt gehen kann.)

Doch in diesem Jahr könnte alles anders werden. Es gibt nämlich andere Menschen, die finden es gar nicht gut, dass jedes Jahr eine Million Hüpfer die grünen Wiesen zertrampeln und den schönen Park mit ihren vielen Plastikbechern und Getränkedosen in eine Müllhalde verwandeln. Sie wollen gegen die Love Parade protestieren. Das ist ihr gutes Recht, denn jeder darf in Deutschland auf die Straße gehen und sagen, was er doof findet. Dazu muss er nur zur Polizei gehen und eine Demonstration anmelden. Genau das haben die Gegner der Love Parade getan - und zwar als Erste. Sie wollen am selben Tag durch den Tiergarten ziehen wie die Love Parade. Aber dann wird es dort zu eng. Jetzt weiß der Bürgermeister nicht, ob er den vielen Leuten aus aller Welt einfach sagen kann, sie sollen eine Woche später kommen. Und alles nur, weil die Hüpfer von der Liebesparade nicht rechtzeitig bei der Polizei Bescheid gesagt haben.

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