Zeitung Heute : Grüne Woche: Ausgefallenes zum Verstreuen

Anna Wöltjen

Wer noch das „gewisse Etwas“ an Blumen und Gemüse für die neue Saison sucht, kann sich noch an diesem Wochenende an einigen Ständen der Grünen Woche inspirieren lassen. Blaue Papageientulpen, schwarze Stiefmütterchen, dunkelrotes Basilikum oder pink blühende Erdbeeren warten dort in Tüten und Beuteln verpackt auf den besonderen Auftritt im Beet. Als Startpunkt für einen Besuch im Gartenbereich bietet sich der Eingang Ost an, um die unteren Hallen 8.1, 9, 10.1, 11.1 und die Länderhalle 18 der Niederlande zu erkunden.

Noch sehen die angebotenen Samen in den Regalen sehr unscheinbar aus und kleine unscheinbare Körnchen rascheln im Papier. Sie lassen sich zu ungewöhnlichen Kombinationen zusammenstellen. Aus diesen Samen aber kann sich bei der richtigen Pflege etwas einzigartiges entwickeln. Die schwarzblühende Stiefmütterchensorte „Schornsteinfeger“ (Viola wittrockiana) etwa lässt sich mit gelben Tulpen arrangieren und wird so zum Hingucker. Kommt die anspruchslose Jungfer im Grünen in Schneeweiß und Marineblau mit violetter Mitte (Nigella papillosa) daher statt im üblichem Grün, wirkt auch sie interessanter. Gemüse soll nicht nur schmecken, sondern dient kann zusätzlich als Zierde dienen. Zucchini ziehen Blicke auf sich, wenn sie gelbe Früchte entwickeln (Cucurbita pepo/Gold rush) oder sogar rund ausfallen (Cucurbita pepo/One ball). Platzsparend klettert die Zucchinisorte „Black Forest“ in die Höhe. Die frühreifen kugeligen Möhren (Daucus carota/Pariser Markt 5), die bereits ab Mai geerntet werden können, sehen im Salat knackig und originell aus und eine Mischung aus klassischen orangen, gelben, roten, violetten und cremeweißen Möhren (Harlekin Mischung) weckt Spaß am gesunden Gemüsesnack. Schön anzusehen ist die lila Buschbohne Amethyst, die im Kübel gedeiht. All diese Sorten finden sich in Halle 8.1 bei Quedlinburger.

Samen für die Blume des Jahres 2014, die Sumpfpflanze „Schwanenblume“ (Butomus umbellatus), verkauft Detlef Jehle in Halle 10.1. Diese wächst gerne in Gartenteichen und auf feuchtem Boden. Ihre Samen können schwimmen und so neue Standorte besiedeln. Weiteres Saatgut bietet das Erfurter Unternehmen Chrestensen an, z. B. den neugezüchteten Feuersalbei „Salvia splendens/Reddy White Surprise“ , eine zweifarbige Sorte mit roten Blüten an weißen Tragblättern. Biologischen Dünger aus Fledermausexkrementen vertreibt Annibat in Halle 11.1.

Wer frische Farben genießen möchte, lenkt seine Schritte zur Halle 9. Hier stellt sich das 2010 gestartete „Urban Gardening“-Projekts der nordrheinwestfälischen Ökostadt Andernach am Rhein vor. Mit dem Ziel eine „essbare Stadt“ zu errichten, werden dort Obst, Gemüse und Kräuter in öffentlichen Grünanlagen angepflanzt, die von allen geerntet werden dürfen. Anna Wöltjen

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