Zeitung Heute : Gütesiegel für Schnittblumen vor dem Aus

Das Blumengütesiegel „Flower Label Program“ (FLP) steht vor dem Aus. Mehrere Nichtregierungsorganisationen und eine Gewerkschaft hätten ihre Mitgliedschaft in der Initiative für fair gehandelte Blumen zum Jahreswechsel gekündigt, teilte die Menschenrechtsorganisation Fian Deutschland (Food First Informations- & Aktions-Netzwerk) jetzt in Köln mit. Ausgeschieden seien auch Fian Österreich, Brot für die Welt und terre des hommes sowie die Gewerkschaft IG Bauen-Agrar- Umwelt (IG Bau).

Bislang sind FLP-gesiegelte Schnittblumen in Deutschland in verschiedenen Supermärkten zu kaufen und sollten im Laufe des Jahres auch bei Floristen angeboten werden. Die vier Organisationen fordern die Konsumenten jetzt dazu auf, sich beim Kauf für Fairtrade-Blumen und -Pflanzen zu entscheiden. „Da FLP aufgrund fehlender Finanzen nicht mehr handlungsfähig ist, besteht die Gefahr, dass das Label missbraucht wird. Unternehmen können damit werben, ohne dass tatsächlich geprüft wird, ob sie FLP-Standards einhalten“, erklärte Joachim Vorneweg von Fian. Das Gütesiegel sei im vergangenen Jahr wirtschaftlich nicht mehr tragfähig gewesen, die Büros in Köln und Quito (Ekuador) wurden bereits geschlossen. Grund dafür war laut Fian eine große Zahl von Austritten und Dezertifizierungen von FLP-Betrieben.

Die Zertifizierung durch FLP beruht auf dem internationalen Verhaltenskodex für die Schnittblumenproduktion. Er war 1998 eingeführt worden. Der Kodex enthält Arbeits-, Sozial- und Umweltkriterien, etwa bessere Arbeitsbedingungen für Beschäftigte in der Blumenproduktion wie etwa feste Arbeitsverträge, Mutterschutz, Arbeits- und Gesundheitsschutz. KNA

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