Zeitung Heute : Gut bezahlter Heimaturlaub

Der Tagesspiegel

Danzig (dpa). Dariusz Michalczewski hat sich seinen Heimaturlaub mit zwei Millionen Euro fürstlich vergüten lassen. Die Rekordgage kassierte der Box-Weltmeister im Halbschwergewicht für seinen K.-o.-Sieg nach 298 Sekunden in seiner Geburtsstadt Danzig gegen Joey de Grandis (USA). Schon in der zweiten Runde schickte der 33-Jährige den Amerikaner am Samstagabend vor 5000 Zuschauern mit einem linken Haken zu Boden. Michalczewski verteidigte damit seinen Weltmeistertitel im Halbschwergewicht nach Version der World Boxing Organization (WBO) zum 21. Mal und ist in 46 Profi-Kämpfen ungeschlagen. 39 davon gewann er vorzeitig.

Als die polnische Nationalhymne für den erfolgreichsten deutschen Profi-Boxer erklang, wurde Michalczewski von seinen Landsleuten überschwänglich gefeiert. Die polnischen Fans hätten ihn bei seinem ersten Kampf als Profiboxer in der Heimat allerdings gerne etwas länger im Ring gesehen, doch dafür fehlte seinem Kontrahenten die Klasse. Nur de Grandis Ausrede für die Niederlage war weltmeisterlich: „Das Zählen des Ringrichters konnte ich nicht hören, die Zuschauer waren zu laut. Ich hätte weiterboxen können.“

Der alte und neue Weltmeister zeigte sich erleichtert: „Das hätte kaum besser laufen können. Ich hatte nur Angst, dass ich Fehler mache.“ Sein Trainer Fritz Sdunek meinte: „Respekt, wie Dariusz die ganze Anspannung im Vorfeld weggesteckt hat.“ Michalczewski hatte sich vor dem ersten Gong in seiner Geburtsstadt als Manager in eigener Sache geübt und mit 250 000 Euro die TV-Übertragung gesichert. „Ich bin glücklich, dass alles so gelaufen ist.“ Nach dem schnellen Sieg feierte Michalczewski in seinem Tiger-Pub in der Danziger Innenstadt.

Nun bleibt ihm noch ein Ziel: Roy Jones jr. „Ich hoffe, der Kampf kommt in diesem Jahr“, sagte Michalczewski. Doch die Chancen sind gering. Der Titelträger der Konkurrenzverbände IBF, WBC und WBA will keine Niederlage riskieren. Konkreter sind da die Pläne mit Mittelgewichts-Champion Bernard Hopkins, der aber zwei Klassen aufrücken müsste. „Sein Manager Don King will, wir wollen und Hopkins würde es auch machen“, sagte Michalczewskis Manager Kohl.

Trabant ist Europameister

Zuvor hatte der Berliner Michel Trabant den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert. Der 23-Jährige nahm dem Dänen Christian Bladt einstimmig nach Punkten nach einem Klasse-Kampf den Europameistertitel im Weltergewicht ab. „Das ist der größte Tag meines Lebens“, sagte Trabant, „es war mein härtester Kampf.“

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