Zeitung Heute : Gut Geld (Kommentar)

Joachim Huber

Für den Zeitraum 2001 bis 2004 wollte die ARD 5,5 Milliarden mehr an Gebühren. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands (KEF) empfiehlt ein Plus von 3,2 Milliarden Mark. Auch bei ZDF und Deutschlandradio gibt es einen erheblichen Unterschied zwischen angemeldetem und anerkanntem Bedarf. Die öffentlich-rechtlichen Sender würden sich spürbar mehr gönnen als ihnen die KEF zugesteht. Sie geht noch weiter, wenn sie ihr Ja zu mehr Gebühren mit ihrer Forderung nach erhöhter Wirtschaftlichkeit verschränkt. Da kann noch mancher Senderetat abgespeckt werden, bis eine effiziente Struktur und Organisation erreicht ist. Bei den Programmkosten liegt die KEF näher bei den Anstalten. Hier treibt der Wettbewerb mit den privaten Senders die Rechte-Preise, bei Sport, Filmen oder Honoraren sind hohe Steigerungen zu finanzieren. Der finanzielle Umfang der KEF-Empfehlung hebt klar auf die Formel Entwicklung im Bestand ab. Mit 3,33 Mark mehr im Monat werden die öffentlich-rechtlichen Anstalten das Primat der laufenden Gebührenperiode - Ausweitung der Programmleistungen wie mit Phoenix oder Kinderkanal - ab 2001 eintauschen müssen gegen die Losung Sicherung und Digitalisierung der Programmleistungen. Über die Qualität der Senderangebote ist damit nicht befunden. An den finanziellen Mitteln kann sie nicht scheitern, künftig so wenig wie heute.

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