Zeitung Heute : Gutes Bild für wenig Geld

PETER KNAAK

Test 17-Zöller/Je größer das Bild, desto entspannter die ArbeitVON PETER KNAAK

Monitore mit einer Bilddiagonale von 17 Zoll (etwa 43 cm) empfehlen sich als Alternative zum billigen Standardmonitor, denn sie bieten deutlich mehr Bildfläche als die 14- oder 15-Zoll-Monitore billiger Komplettpakete.Weil die Klasse der 17-Zöller für Ein- und Umsteiger immer interessanter wird, nahm die Stiftung Warentest im aktuellen Testheft 16 Modelle dieser Größenordnung auf den Prüfstand.Erfreulich: Zwei der "guten" Monitore im Test (Siemens Nixdorf und Yakumo) kosten weniger als tausend Mark. Ebenso erfreulich: Selbst die "zufriedenstellenden" Monitore wurden besser und brauchen sich in dem recht ausgeglichenen Testfeld nicht zu verstecken.Unterschiede fanden sich dennoch.Ob beispielsweise die Zeichen scharf (mit hohem Kontrast) wiedergegeben werden oder das Bildflimmern mehr oder weniger auffällt, sieht man im direkten Vergleich der Modelle.Nur die Monitore von Escom, IBM und Philips blieben im Prüfpunkt Bildqualität auf "zufriedenstellendem" Niveau, alle anderen erreichten in der Summe der Einzelprüfungen zur Bildqualität ein "Gut". Die Qualität der Farbdarstellung hängt unter anderem von der richtigen Entmagnetisierung des Monitors (Degauss-Funktion) und der Kompensation des Erdmagnetfeldes ab.Das Erdmagnetfeld ist stark und lenkt die Elektronenstrahlen im Monitorinneren aus ihrer Bahn, Farbfehler sind die Folge.Zum Glück wurden die negativen Wirkungen des Erdmagnetfeldes bei allen Prüflingen ordentlich kompensiert.Die Kompensation wirkt am besten bei der Ausrichtung des Monitors mit der Bildfläche nach Osten und sie versagt bei hier verkauften Modellen völlig auf der Südhalbkugel der Erde. Um das Testbild abzurunden, nahm die Stiftung Warentest abschließend die Umwelteigenschaften der Monitore unter die Lupe.Den Dreikampf über die Hürden Elektromagnetische Abstrahlung, Energieverbrauch und Gehäuseschadstoffe konnte nur der Monitor von Siemens-Nixdorf "sehr gut" absolvieren.Compaq, Nokia und Philips steuerten "gute" Ergebnisse bei, der Rest des Feldes landete bei "zufriedenstellend". Das Energiesparen ist kein Selbstzweck, die 17-Zöller im Test benötigen beim Betrieb etwa 80 bis 100 Watt und kommen in Arbeitspausen unter 10 Watt.Gemittelt über den Energieverbrauch im vollen Betrieb, im Energiesparmodus und im ausgeschalteten Zustand erzielte der Highscreen-Monitor die besten Ergebnisse.Miro und Sony sind in diesem Prüfpunkt das Schlußlicht, vor allem weil sie auch ausgeschaltet noch etwas Energie "verbraten". Immer wieder prüft die Stiftung Warentest, ob kritische Gehäuseschadstoffe in den Monitoren eingesetzt werden - bromierte Flammschutzmittel und/oder Antimontrioxid fanden sich auch diesmal.Dabei könnten die für die Umwelt und die Gesundheit der Computernutzer gefährlichen Beimengungen durch unkritische Stoffe ersetzt werden.Nur bei Compaq, Nokia, Philips und Siemens Nixdorf lautete der Befund bei Suche nach Gehäuseschadstoffen "negativ", das ist positiv. Vorreiter beim Reduzieren unnötiger Belastungen sind die Schweden.Ihre Grenzwerte für die Abstrahlung sind nicht nur streng, sondern gelten auch im Vollkreis 360 Grad um den Monitor herum.Das ist besonders in Büros wichtig, wo man ja nicht selten den Monitor vom Arbeitsplatz nebenan im Nacken hat.Die meisten Modelle im Test hielten die Anforderungen der MPR ein.Strahlungsarm nach der strengeren TCO waren die Monitore von Nokia, Peacock und Siemens-Nixdorf: "sehr gut".Die unrühmliche Ausnahme war der Yakumo.Er überschritt die Grenzwerte gemäß MPR II in einem Prüfpunkt deutlich, obwohl Prüfsiegel und Unterlagen die Einhaltung der MPR versprachen.Ein Tip: Wer die Belastung durch die Monitorabstrahlung gering halten will, bekommt die meisten MPR-Modelle auch in TCO-konformer Ausführung.Der Aufpreis von etwa 150 Mark ist gut angelegtes Geld.

Der Autor ist Redakteur bei der Zeitschrift "test" der Stiftung Warentest.Die Zeitschrift ist im Handel erhältlich oder zu bestellen bei Stiftung Warentest, Vertrieb, Postfach 81 06 60, 70523 Stuttgart..

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