Zeitung Heute : Hähnchen kross

Im Preußenpark wurde viel gegrillt. Jetzt wird die Parkordnung verschärft

Cay Dobberke

Grill- und Kochgeräte, Tische, Garten- oder Liegestühle, Biergartenbänke und Zelte – all dies gehörte lange zum typischen Bild im Wilmersdorfer Preußenpark. Als bekannter Treffpunkt von Thailändern in der Stadt steht die Anlage am Fehrbelliner Platz sogar in Reiseführern; auch viele Berliner zieht es dorthin. Doch nun haben die Stammbesucher weniger Spaß – denn der Bezirk hat die Parkordnung verschärft.

Grillen ist nur noch auf einer abgezäunten kleinen Fläche an der Württembergischen Straße erlaubt, wie dreisprachige Schilder verkünden. Gartenmöbel dürfen nicht mitgebracht werden. Ausdrücklich verboten ist jetzt auch der Speisenverkauf.

Nicht immer wurden die neuen Vorschriften in den vorigen Tagen befolgt: „Lecker“ fand ein Spandauer gebratene Hühnerschenkel, die er gerade bei einer Thai-Familie gekauft hatte. „Das wurde doch jahrelang geduldet, und die Leute hier sind freundlich.“ Ähnlich sah es der Berliner Ehemann einer Thailänderin: „Hier war nie ein Dreckstall. Viele interessieren sich auch für die Mentalität der Thailänder.“

Es gab aber Anwohnerbeschwerden über den Grillgeruch, und der illegale Essens- und Getränkeverkauf war dem Bezirk ein Dorn im Auge. Manche Berliner hätten sich wie „der König vom Preußenpark“ benommen und Schwarzhandel in großem Stil betrieben, sagt Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU).

Das Ordnungsamt hat kürzlich Hinweiszettel verteilt, ab jetzt drohen Ordnungs- und Bußgelder. Andererseits wird es neue Attraktionen geben: Im Spätsommer soll ein Imbisspavillon mit Liegestuhlverleih öffnen. Später kommt vielleicht noch ein Freiluft-Schachspielfeld hinzu.

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