Zeitung Heute : Harmloser Sturz, schwere Folgen

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BRÜCHE: Überwiegend sind ältere Patienten betroffen, meist nach Stürzen. Bei jungen Menschen ist ein Bruch meist die Folge eines schweren Verkehrs- oder Sportunfalls.

OPERATION: In den meisten Fällen ist eine Operation unumgänglich. Die Knochenteile werden durch Gleitnagel oder eine dynamische Hüftschraube fixiert.

KOMPLIKATIONEN: Bei älteren Patienten besteht die Gefahr, dass sie sich wund liegen (medizinisch Dekubitus genannt). Deshalb ist es wichtig, sie richtig zu lagern und die betroffenen Stellen rechtzeitig zu entlasten. Es kann vorkommen, dass bestimmte Körperstellen unzureichend mit Blut versorgt werden. Es können Gerinnsel entstehen, die sich in den Blutbahnen absetzen und sie blockieren.

DEKUBITUS: Die Dekubitusprophylaxe wird von der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) als Qualitätsindikator für die Klinikpflege erfasst. Nach BQS-Angaben erleiden gerade bei einer Hüftfraktur besonders viele Patienten in der Klinik ein solches Druckgeschwür, das in vier Schweregrade unterteilt wird: von einer Hautrötung (Grad 1) bis zu einem offenen Geschwür, das bis an die Knochen reicht (Grad 4). Im Jahr 2004 erlitten laut BQS-Bundesbericht von rund 86 000 Patienten mit einem Oberschenkelbruch, die ohne Druckgeschwür in ein Krankenhaus kamen, rund 2000 dort einen Dekubitus des zweiten bis vierten Grades – das sind 2,37 Prozent der Patienten. Und das ist auch der höchste Wert unter allen elf von der BQS bei Dekubitusprophylaxe betrachteten Krankheitsbildern. Bei der Erstimplantation einer Hüftprothese traf dieses Schicksal 818 von insgesamt 138 000 Patienten (0,59 Prozent). Und bei der Erstimplantation einer Knieprothese waren das 515 von insgesamt 110 000 Patienten (0,47 Prozent). I.B.,H.S.

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