Zeitung Heute : Hasenparade

Wenig Trends, viele Details – die Mode kommt nächsten Sommer protzig, aber harmlos daher

gth

Schön soll sie sein, die Kleidung für den nächsten Sommer – dafür sucht man vergeblich handfeste Trends. Noch nicht mal das Beste der Fünfziger, Sechziger und Siebziger war diesmal als modernisierte Kostümschau zu sehen, nur die Achtziger wurden mit viel Schulter, großen Blazern und ein paar Bundfalten zitiert.

Dafür tobten sich die Designer an Details aus, zeigten mit Rüschen, Drapierungen und Schnitten, was sie handwerklich können. Und auch aus dem Material ist noch einiges herauszuholen: Stoff wird beschichtet, geknittert und in Massen verbraucht. Das Ergebnis sieht oft gar nicht besonders aufregend aus. John Galliano erklärt seine Zurückhaltung bei Dior damit, dass er eben wisse, was seine Kundinnen wollen. Kein Wunder, dass Designer wie Miuccia Prada oder Nicolas Ghesquière für Balenciaga wie Modegötter angebetet werden.

Bei ihnen sieht keine Kollektion wie die andere aus, wobei sich Ghesquière schon seit mehreren Saisons an der Skulptur in kleiner Form abarbeitet. Bei Prada wird der BH zum wichtigsten Kleidungsstück. Das hat nicht den Hauch von schwüler Erotik – eher sieht es nach der Endstufe von Emanzipation aus. Deshalb saß vielleicht auch Dita von Teese nicht im Publikum. Ansonsten war die Stripteasetänzerin überall zu sehen und feierte sogar ihren Geburtstag auf einer Party für Fendi.

Das Drumherum nimmt immer größere Ausmaße an: Fast ebenso viele Fotos wie von den Kollektionen werden von Schauspielerinnen und Models gemacht, die zu berühmt sind, um mitzulaufen.gth

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar