Zeitung Heute : Haustierfreies Milieu

-

Nicht immer wirken sich Haustiere positiv auf unsere Gesundheit aus. Besonders Kinder leiden immer häufiger unter Allergien: „Auch wenn Haustiere positiv auf unsere Psyche wirken, stellen sie trotzdem ein Infektions und Allergierisiko dar. Kinder, die bereits irgendeine Art von Allergie haben, sollten unbedingt in einem haustierfreien Milieu aufwachsen“, warnt Berthold Koletzko vom Haunerschen Kinderhospital der Uniklinik München. Nur bei ganz kleinen Kindern könne man davon ausgehen, dass durch den Kontakt zu Tieren Allergien vermieden werden.

Dies bestätigt eine Studie des Medical College in Augusta, Georgia. Danach erkrankten Kinder, die mit mindestens zwei Katzen oder Hunden aufwuchsen, nur etwa halb so oft an Allergien wie Kinder ohne Haustiere. Wichtig war, dass mehrere Tiere im Haushalt lebten und der Kontakt mit den Tieren innerhalb des ersten Lebensjahres stattfand. Als Ursache für die niedrigere Allergieanfälligkeit werden so genannte Endoxine im Speichel der Tiere vermutet, eine genaue Erklärung konnte jedoch noch nicht geliefert werden. Auch Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen, erkranken etwa 15-mal seltener an Allergien als ihre Altersgenossen.

Neben Allergien warnt Koletzko auch vor Infektionen durch die haarigen Hausgenossen. Das größte Risiko stelle eine Toxoplasmose-Infektion durch Katzen für schwangere Frauen dar, bei der das Kind im Mutterleib schwer geschädigt werden könne. „Man nimmt diese Infektion beim Tier nicht wahr, deshalb ist sie so gefährlich“, erklärt der Mediziner. „Ich würde darum jeder Frau raten, Katzen in der Zeit der Schwangerschaft zu meiden“. Andere Risiken wie bakterielle, Virus- oder Wurminfektionen könne man durch regelmäßige Impfungen und Untersuchungen der Tiere auf ein Minimum reduzieren.

ALLERGIEN

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar