Zeitung Heute : Heimspiel auf der kleinen Bühne

Arne Eberle vertritt Berliner Designer, die auch ohne Spektakel international erfolgreich sind.

TYPISCH BERLIN Arne Eberles Agentur vertritt zahlreiche hiesige Designer. Zur Fashion Week organisiert er einen eigenen Showroom.
TYPISCH BERLIN Arne Eberles Agentur vertritt zahlreiche hiesige Designer. Zur Fashion Week organisiert er einen eigenen Showroom.

Natürlich ist auch Arne Eberle kein Urberliner. Der Chef der gleichnamigen Modeagentur, die zahlreiche hiesige Designer vertritt und während der Fashion Week den Collect Showroom organisiert, stammt aus Hessen. Aber die Wurzeln in der westdeutschen Provinz machen ihn gerade typisch für die Entwicklung in Berlin. Denn wer von denen, die dazu beigetragen haben, dass sich die Stadt in der zurückliegenden Dekade zu einer Modemetropole entwickelt hat, ist schon hier geboren? Der heute 37-Jährige kam 1999 nach Berlin, studierte Modedesign, gründete dann mit einem Freund ein eigenes Label. Als das scheiterte, schlug er sich mit Jobs im Modebereich durch und war irgendwann so weit, dass er „mit Mode nie wieder etwas zu tun haben“ wollte. Das gab sich aber wieder: „Ich hatte mich hier immer in diesem Umfeld bewegt und viele Kontakte.“ So gründete Arne Eberle eine Agentur. Mit den ersten Klienten war er befreundet, später kamen weitere hinzu – nicht unbedingt Kandidaten für eine große Laufstegschau, aber das ist ja keine Frage der Qualität. Nicht jeder, der gute Kleidung macht, passt automatisch auf die glamouröse Showbühne. Um diesen Labels, die inzwischen den soliden Mittelbau der Berliner Modeszene ausmachen, trotzdem ein Schaufenster zu schaffen, wenn die Einkäufer in der Stadt sind, gründete Eberle den Collect Showroom. Dort präsentiert er seine Designer zusammen mit anderen ausgewählten Marken. Selektiv will er bleiben: „Wir zeigen jetzt 14 Kollektionen, ich kann mir auch 20 vorstellen. Aber das Ziel ist nicht, einen Showroom mit 40 Designern zu machen.“ Den nächsten Schritt hat er aber bereits getan. In diesen Tagen findet sein Showroom erstmals in der Alten Münze unter dem Dach der Messe Capsule statt, die ansonsten hauptsächlich skandinavische und amerikanische Marken zeigt. „Wir waren der ideale Partner, weil wir deutsche Designer mitbringen,“ sagt Eberle. Und auch seine Klienten profitieren: „Wir erreichen so ganz andere Besucherzahlen und sind in ein größeres Netzwerk eingebunden.“ Das ist wichtig, denn: „Labels wie Esther Perbandt oder Reality Studio verkaufen größtenteils im Ausland.“ Leider ist auch das typisch für die Berliner Modelandschaft. jsc

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