Zeitung Heute : Hey Jan, spiel unser Lied!

eNTe

Von der Schwierigkeit, Jan Koch zu schubladisieren, kündet schon der Pressetext: „Fürs Kabarett ist er zu melancholisch, für die gehobene Lyrik zu verständlich, für Deutschrock zu tief- schürfend und zu allein.“ Was also ist er? Gewiss ein bodenständiger Poet, der sein Wortwerk perfekt beherrscht und all jene Lügen straft, die behaupten, das Jungvolk interessiere sich nicht mehr für Literatur – zumal für Lyrik! Als preisgekrönter Poetry- Slammer begeistert der Dreißigjährige mit seinem souveränen Vortrag, den er erst im zweiten Schritt mit Gitarrenbegleitung bereicherte. Damit ergänzt er die nicht totzukriegende Liedermacherei um eine sprachfunkelnde Variante. Bemerkenswert vielseitig führt er durch sein schlicht „Liederabend“ betiteltes Programm, bekennend romantisch, aber auch ätzend ironisch. Etwa in seinem heimlichen Hit „Wieso Berlin?“, in dem der Wahlberliner schwäbischer Herkunft die üblichen Metropolen-Hymnen spöttisch konter- kariert. Das Werk ist zu episch, um hier abgedruckt zu werden – doch auch die nebenstehenden Texte demonstrieren die Qualität des Koch’schen Songwritings. eNTe

Mehringhoftheater,

16. und 20.4., 20 Uhr

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben