Zeitung Heute : Hi-Tech-Rennspiel für Nostalgiker

BERTRAM KÜSTER

Fans der Formel Eins werden seit Jahren mit zahlreichen PC-Spielen der verschiedensten Hersteller angesprochen.Anstatt nur eine weitere Umsetzung des aktuellen Renngeschehens um Schumi & Co auf den Markt zu werfen, ging Sierra diesmal einen anderen Weg."Grand Prix Legends" für Windows 95/98 macht einen Sprung in die Geschichte des Motorsports und läßt die Spieler in den Boliden des Jahres 1967 Platz nehmen.Herausgekommen ist eine der realistischsten Rennsimulationen, die derzeit für PC erhältlich sind.Auf elf traditionsreichen Strecken wie Monaco, Monza und dem alten Nürburgring kommen unter anderem die PS-Veteranen von Ferrari, Lotus und Brabham zum Einsatz.Daß es sich bei "Grand Prix Legends" nicht um ein einfaches Action-Rennspiel handelt, wird schon in den ersten Runden deutlich.Auch bei Aktivierung aller Fahrhilfen reagieren die Wagen äußerst sensibel, kleinste Fahrfehler werden sofort bestraft.Die Tastatur als Eingabegerät fällt somit flach, da Lenkung, Gas und Bremse unbedingt analog gesteuert werden müssen.Aber auch mit Joystick braucht es einige Übungsstunden, um eines der Fahrzeuge konstant auf der Strecke zu halten und passable Rundenzeiten zu erzielen.

Der manchmal frustrierende Einstieg in die Simulation wird aber hoch belohnt: Die verschiedenen Wagen zeigen auch tatsächlich unterschiedliches Fahrverhalten und sogar der ohrenbetäubende Motorlärm ist je nach Fabrikat voneinander zu unterscheiden.

Der Reiz der Nostalgie zeigt sich auch im Rennverlauf.Als die Strecken noch nicht entschärft waren und kein ABS für mehr Sicherheit beim Fahren sorgte, ging es in der Formel Eins wesentlich härter zu als heute.Dies spiegelt sich auch in der Simulation wider: Nie zuvor gab es so spektakuläre Massenkarambolagen und Überschläge in einem Rennspiel wie in "Grand Prix Legends".

Um in den Genuß des Hi-Tech-Rennspiels zu kommen muß man allerdings über eine ebensolche Computerausstattung verfügen.Die angegebene Mindestanforderung eines Pentium 166 mit 32 MB RAM ist die Untertreibung des Jahres.Noch auf einem Pentium 200 mit 64 MB RAM ohne 3D-Unterstützung kommt das Spiel auf eine Bildrate von 12 Bildern pro Minute.Das bedeutet, es ist fast unspielbar.Eine 3D-Grafikkarte ist daher ein Muß, mehr Rechenpower auf jeden Fall wünschenswert.

"Grand Prix Legends", Sierra, 80 DM, Systemvoraussetzungen: Pentium 200 mit 3D-Grafikkarte, 64 MB RAM, 145 MB freien Festplattenspeicher und Windows 95/98.

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