Zeitung Heute : Hier ist Prenzlauer Berg ganz besonders

Herr Kirchner, wo gehen Sie im Bötzowviertel gerne hin?

Zum Arnswalder Platz, da ist eine kleine Oase entstanden. Da gibt es einen Spielplatz, es ist lauschig, schön grün und ruhig. Samstag auf den kleinen und feinen Markt in der Pasteurstraße und in die Hufelandstraße. Die hat was, mit ihren Platanen, kleinen Geschäften und der Gastronomie – und natürlich ins Filmtheater am Friedrichshain.

Was schätzen Sie an diesem Viertel?

Dass es nicht so aufgeregt ist wie der Kollwitz- und der Helmholzplatz.

Welche Bedeutung hat das Bötzowviertel für den Bezirk?

Hier ist Prenzlauer Berg ganz besonders. Es gibt ein großes bürgerschaftliches Engagement, zahlreiche Elterninitiativen an den Schulen, den Verein Pro Kiez Bötzowviertel, eine Initiative für Stadtgärten und viele andere.

Auch im Bötzowkiez führen steigende Mieten zu einem Verdrängungsprozess bei Anwohnern wie auch bei Gewerbetreibenden. Was unternimmt der Bezirk dagegen?

In diesem Jahr wird das Bötzowviertel soziales Erhaltungsgebiet und steht unter Milieuschutz. Die Voraussetzung wird geschaffen, damit die vom Senat auf den Weg gebrachte Umwandlungsverordnung in Kraft treten kann. Das heißt: keine Umwandlung in Eigentum, Verbot von Zusammenlegungen von Wohnungen, Luxussanierungen, doppelten Bädern und Kaminen. In einigen Teilen kommt dieses allerdings zu spät.

Wie hat sich das Viertel in den vergangenen Jahren entwickelt?

Sehr zum Vorteil. Ich kenne es noch mit dunklen Fassaden und Ofenheizungen. Viele Bewohner sind angekommen und haben in dem Viertel ihre Heimat gefunden. Deshalb kümmern sie sich um ihren Kiez. Wenn es heute um eine Turnhalle geht, ist der Saal voll. Vor fünf bis zehn Jahren war er leer.

Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen) ist Bezirksstadtrat und Leiter der Abteilung Stadtentwicklung in Pankow. Die Fragen stellte Katja Gartz.

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