Zeitung Heute : Hightech fürs Herz der Küche

Mit Chips und Sensoren werden moderne Herde zu intelligenten Zentralen zum Kochen und Backen.

Markus Mechnich,Waltraud Hennig-Krebs

Ob ein Essen gelingt, hängt nicht allein von den Fähigkeiten des Kochs oder der Köchin ab, sondern auch von einem verlässlichen Herd. Moderne Herd- und Backofenkombinationen sind mittlerweile Hightechgeräte geworden.

Wer häufig kocht und mit Freude am Herd steht, sollte Komfort wählen, um sich ganz auf die Zubereitung der Speisen selbst zu konzentrieren. Dazu gehört, dass der Herd variable Kochfelder hat und eine ausgefeilte elektronische Unterstützung bietet, der Backofen mit Um- und Heißluft ausgestattet und selbstreinigend ist und einen Backofenauszug oder Backwagen bietet.

Vor der Anschaffung eines neuen Herdes muss grundsätzlich die Energiequelle geklärt werden: Soll es Gas oder Strom sein? Das Kochen auf der offenen Flamme hat den Vorteil, dass die Hitze sofort da ist, wenn man sie braucht und ebenso schnell wieder verschwindet. Das bedeutet kein langes Anheizen, kein Nachkochen. Aber nicht jede Wohnung hat einen Gasanschluss. Mehr technische Raffinessen als die Gasversionen bieten allerdings Elektrokochfelder und -backöfen. Zwar sind weiterhin die klassischen einfachen Herdausführungen mit Gusskochplatten erhältlich. Doch wer es sich leisten kann, wählt einen Herd, der flache, mit einem Metallschaber und weichem Schwamm leicht zu reinigende Kochfelder aus Glaskeramik hat.

Ob man sich für ein einbaufähiges oder ein frei stehendes Gerät entscheidet, hängt vom Platz in der Küche ab. Beim zweiteiligen Einbaugerät wird das Kochfeld in eine Arbeitsplatte eingelassen und der Backofen in eine standardisierte Aussparung in die Küchenzeile integriert. Der Vorteil dieser Möglichkeit ist, dass durch die Teilung der beiden Komponenten der Backofen unabhängig vom Kochfeld auch in einer Höhe eingebaut werden kann, die den Rücken schont und die Sicht in den Backraum erleichtert.

Auch was die Energieeffizienz betrifft, hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Selbst Elektroherde mit Gusseisenkochplatten sind heute keine unersättlichen Stromfresser mehr. Uneinig sind sich Experten darüber, ob der Gas- oder der Induktionsherd energietechnisch die effektivere Variante ist. Offensichtlich ist, dass beide dem traditionellen Elektroherd in Sachen Stromverbrauch leicht überlegen sind. Um den Verbrauch einschätzen zu können, werden Herde, wie auch Kühlschränke und Waschmaschinen, in die von der EU standardisierten Energie-Effizienzklassen eingeteilt. Die Einstufung erfolgt alphabetisch. „A“-Geräte sind am sparsamsten.

Beim Kochen mit Elektrizität sind Induktionsfelder der neueste Stand der Technik. Dabei liegt unter der Glaskeramikoberfläche eine flache Kupferspule, durch die der Strom fließt und starke elektromagnetische Wechselfelder erzeugt. Die Wärme entsteht also unmittelbar direkt unter dem Topfboden, die Speisen werden erhitzt, während die Kochstelle kalt bleibt. Für diese Art des Kochens benötigt man allerdings Töpfe und Pfannen mit einem gut leitenden, ferromagnetischen Boden. Vorhandenes Kochgeschirr kann ganz einfach mit einem Magneten getestet werden. Bleibt er am Unterboden hängen, ist der Topf geeignet.

Die Induktionstechnik bietet ähnliche Vorteile wie Gas. Wird die Platte angeschaltet, ist die Hitze sofort verfügbar. Beim Ausschalten speichert lediglich das Glaskeramikfeld etwas von der Übertragungswärme. Durch die kurze Vorwärmzeit ist ein gut dosiertesAnbraten möglich und ein Überkochen kann leicht vermieden werden. Dabei verfügen die Induktionskochfelder über reichlich Kraft. Bis zu 4,5 Kilowatt pro Feld sind in den Sortimenten zu finden. Dafür benötigen Induktionsherde fast immer einen Starkstromanschluss. Dessen Absicherung sollte zumindest 16 Ampere betragen.

Auch die Handhabung der Induktionskochfelder ist Hightech. Die Bedienung erfolgt auf dem Kochfeld selbst mittels Sensortasten. Hochwertige Geräte bieten sogenannte „TouchSlider“ an. Dabei wird mit dem Finger einfach über eine Skala gefahren und so die Heizleistung des Feldes reguliert. Eine integrierte Digitaluhr mit Wecker gibt es ebenso wie vorwählbare Programme oder Restwärmeanzeigen. Neben technischen Spielereien bieten Induktionskochfelder vor allem Sicherheit. Ohne Topf kann sich das Kochfeld nicht erhitzen, weil das magnetische Gegenstück fehlt. Bei einigen Geräten erkennen die Felder die Größe des Topfes und passen sich entsprechend an. Solche Topmodelle haben allerdings ihren Preis.

Bei Backöfen sind die technischen Unterschiede nicht mehr allzu groß. Neben der üblichen Ober- und Unterhitze bieten die Öfen auch die Möglichkeit, mit Umluft und Heißluft zu arbeiten. Dazu gibt es noch viele zusätzliche Ausstattungsvarianten, wie beispielsweise unterschiedliche Selbstreinigungsmöglichkeiten des Backofens, integrierte Mikrowelle, Bratautomatik, Dampfgarer oder auch einen Infrarotgrill. Wer den Kauf eines neuen Herdes plant, sollte sich nicht von teuren Extras blenden lassen, sondern sich in Ruhe überlegen, was wirklich gebraucht wird.

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