Zeitung Heute : Hilfen für den Fall der Fälle

KLAUS ANGERMANN

Die falsche Datei gelöscht, die Festplatte mit zu vielen Installationen zugemüllt oder durch falsche Eingriffe das System instabilisiert? Schnell kann man einen flotten und funktionierenden PC in einen lahmen Gesellen verwandeln, der durch unvermittelte Abstürze ein vernünftiges Arbeiten nicht mehr erlaubt.Abhilfe versprechen in diesem Fall zahlreiche Programme, die auch von unbedarften Usern bedient werden können wie beispielsweise die Norton Utilities der Firma Symantac.

Die Utilities sind ein richtiger Klassiker auf diesem Gebiet.Vor vielen Jahren ursprünglich als DOS-Version auf den Markt gekommen, sind sie auch heute noch auf zahlreichen DOS-Rechnern täglich im Einsatz.In dem aktuellen Release 3.0 können die Tools unter Win95/98 eingesetzt werden.Die Werkzeuge gliedern sich dabei in vier Hauptbereiche: Problemsuche und Reparatur, Leistungssteigerung, vorbeugende Wartung sowie die Fehlerbehebung.

Die Verwendung der verschiedenen Programmteile erfolgen über ein übersichtliches Hauptfenster.Im linken Teil des Fensters wählt man den Oberbegriff aus, der rechte Teil zeigt dann die dazugehörigen Anwendungen.Neben den Anwendungen stehen die Hilfesymbole, die bei Bedarf nähere Auskunft über die Anwendungsgebiete sowie die Arbeitsweisen geben.

Mittels des WinDoctors werden Probleme auf dem PC überprüft und mit dem Disk Doctor, der für Diagnose und Reparatur von Datenträgerproblemen zuständig ist, behoben.Ständig im Hintergrund tätig ist der CrashGuard.Er überwacht unauffällig das System und versucht es nach einem Absturz wieder herzustellen.Über die "Anti-Freeze" genannte Funktion kann man versuchen, trotz eines Systemabsturzes dennoch das zuletzt benutzte Programm zu bedienen.Dadurch können im günstigsten Fall wenigstens die zuletzt bearbeiteten Daten gespeichert werden.Auch Verlorenes kann gerettet werden: UnErase zaubert versehentlich gelöschte Dateien wieder aus dem Papierkorb oder geht durch einen Assistenten unterstützt nach ihnen gezielt auf die Suche.

Sprichwörtlich eingerostete Festplatten sind kein Problem für SpeedDisk: Einer solchermaßen gebremsten Platte kann durch eine Defragmentation wieder zu alter Leistung verholfen werden, ein Optimierungsassistent übernimmt anschließend die Feinabstimmung.Äußerst sinnvoll ist der Einsatz der Rettungsdisketten, die die Konfigurationsdateien des PC speichern.Bei einem System-Crash läßt sich somit der Rechner in den meisten Fällen wieder starten und mit den entsprechenden Werkzeugen reparieren.

Einige der Tools gehören allerdings in gewissenhafte Hände.Spielt man mit dem Registrierungseditor herum, ohne zu wissen, was dieser alles anstellen kann, ist schnell das ganze System gestört.Auch der SpaceWizard, der zwar Platz auf einer vollen Platte schafft, muß mit Bedacht eingesetzt werden: Sonst ist zwar wieder Platz vorhanden, aber eventuell wichtige Systemdateien wurden womöglich versehentlich gelöscht.Wer jedoch das übersichtlich und informativ aufgebaute Handbuch zu Rate zieht, kann nicht viel falsch machen.Nahezu zwei Drittel des Handbuches (Umfang circa 100 Seiten) widmen sich übrigens der Datenrettung unter DOS.Für den Fall, daß Windows 95 oder 98 nicht mehr ohne weiteres wieder herstellbar ist, gibt es auch einige Diagnosetools für den DOS-Einsatz.

Natürlich muß man bei den Norton Utilities nicht alles selbst erledigen und die Probleme selbst suchen.Für diese Aufgabe stellt das Paket ja schließlich Hilfen bereit.So zeigt der System Doctor in der Startleiste über ein kleines Ampel-Icon den Zustand des Systems an.Steht die Ampel auf Grün, ist auch alles in Ordnung.Zeigt sie hingegen rot, hat der System Doctor einen Fehler entdeckt, der dann auf Wunsch angezeigt und erläutert wird.Das kann von einem entdeckten Virus über eine volle Festplatte bis zu dem Hinweis auf Aktualisierung beispielsweise der Notfalldisketten gehen.Nicht jedermanns Sache sind die Warnhinweise, die dezent-auffällig für kurze Zeit auf dem Bildschirm aufflackern und auf Fehler hinweisen.

Mittlerweile Standard bei solchen Utilities ist die Möglichkeit des Live-Updates via Internet.Über diese problemlos funktionierende Verbindung können die Utilities ein Jahr lang kostenfrei mit den neuesten Updates versorgt werden.Dies gilt auch für die mitgelieferte Viren-Software Norton AntiVirus SE.

Ursprünglich sollte in diesem Software-Test neben den Norton Utilities von Symantec auch noch das mehrfach preisgekrönte Konkurrenzprodukt First Aid Deluxe 98 der Firma CyberHelp besprochen werden.Weitestgehend unbemerkt wurde diese Firma jedoch in diesen Tagen von dem amerikanischen Riesen Network Associates aufgekauft.Nach Angaben von CyberMedia ist derzeit nicht abzusehen, wie es mit dieser Produktreihe, zu der neben anderen Tools auch noch das beliebte Oil Change gehört, weitergeht.Ein Test war unter diesen Bedingungen nicht möglich.

Fazit: Für 199 Mark (Update 99 Mark) bekommt man mit den Norton Utilities eine sinnvolle Werkzeugsammlung, die den PC in Schuß hält und von jedermann bedient werden kann.Das Programm eignet sich sowohl für den normalen Anwender, der selbst nicht allzu viel herumbasteln möchte, als auch für den versierten User, der ständig auf der Suche nach Möglichkeiten ist, um das System zu tunen.

Systemvoraussetzungen: Norton Utilities 3.0 für IBM-taugliche PCs ab 486er Prozessor, Betriebssystem Win95/98, 35-45 MB Festplattenspeicher, CD-ROM.

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