Zeitung Heute : Hirn und Seele

David Ensikat

Charly Gordon, der Held von „Blumen für Algernon“, ist ein Idiot. Anfangs jedenfalls. Sein Intelligenzquotient von 70 qualifiziert ihn für ein medizinisches Experiment: Durch eine Hirnoperation wird seine Intelligenz erhöht, innerhalb von Wochen wird er zum Genie. Glücklich wird er nicht. Ähnlich ergeht es Algernon, der ebenfalls operierten Maus. Was macht das Wesen des Menschen aus? Wie viel hat die Seele mit dem Intellekt zu tun? Wie viel muss man von der Welt verstehen, um zu begreifen, was Glück und Unglück ist? Um all das geht es in diesem großartigen Roman. Die Geschichte ist aus der Perspektive des Helden erzählt: Der Proband verfasst „Fortschrittsberichte“. Auch noch, als aus dem Fortschritt ein Rückschritt wird.

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Das Buch kann man gleichermaßen als Kommentar zur Genforschung lesen wie auch zur Debatte um Hirnforschung und den freien Willen. Dabei hat Daniel Keyes es vor 40 Jahren geschrieben, seitdem wurde es millionenfach verkauft. Nun hat Klett-Cotta es neu aufgelegt. Weil der Roman nichts von seiner Brillanz und Gültigkeit verloren hat.

Daniel Keyes: Blumen für Algernon. Roman. Aus dem Amerikanischen von Eva-Maria Burgerer. Klett-Cotta, Stuttgart. 298 Seiten, 19,50 €.

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