Zeitung Heute : Hirnzellen für flimmerfreie Sicht

Der Tagesspiegel

Obwohl wir es nicht merken, sind wir oft blind – und zwar auch mit offenen Augen. Immer dann nämlich, wenn die Augen schnelle Bewegungen (Sakkaden) machen, um die Außenwelt zu „scannen“, sehen wir nichts. Wäre das nicht der Fall, würde die Welt um uns herum bei jeder Augenbewegung flimmern.

Ein Team um den Bochumer Hirnforscher Klaus-Peter Hoffmann hat jetzt entdeckt, wie das Gehirn die Wahrnehmung ausschaltet, während sich die Augen hin- und herbewegen. Ihre Studie ist im Fachmagazin „Science“ veröffentlicht. Im Hirn gibt es Zellen, die sich auf bestimmte Bewegungen spezialisiert haben, beispielsweise auf einer Bewegung nach links. Während einer Augenbewegung jedoch dreht sich ihre bevorzugte Richtung plötzlich um: Jetzt reagieren die Zellen auf Bewegungen nach rechts. Diese Änderung verwirrt das Hirn und schaltet das Sehvermögen für Sekundenbruchteile aus. So kommt es zu einem stabilen Bild. lie

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