Zeitung Heute : HISTORIENSCHINKEN

Henri 4

Lydia Brakebusch

Frankreich im 16. Jahrhundert: Als Zeichen der Versöhnung im Glaubenskrieg zwischen Katholiken und Protestanten bietet Katharina de’ Medici, Königin von Frankreich, dem Anführer der Protestanten die Hand ihrer Tochter an. Henri IV., König von Navarra, willigt ein, doch das Hochzeitsfest entpuppt sich als Falle: 3000 Menschen finden in der Bartholomäusnacht den Tod. Henri IV. überlebt, flieht nach Jahren der Gefangenschaft und rüstet zum Gegenschlag. Diese Geschichte bot Heinrich Mann Stoff für zwei Romane und hätte auch Jo Baier eine dankbare Vorlage sein müssen: Glaubensfragen, Tragödien, Emotionen – alles da. Nichts davon findet sich im Film wieder. Baiers Epos ist eine Posse: Die Figuren sind karikaturesk. Immerhin: Es gibt ein paar hübsche Bilder und rettende Darsteller wie Gabriela Maria Schmeide. Ziemlich blutleer. Lydia Brakebusch

„Henri 4“, D/F 2010, 154 Min., R: Jo Baier, D: Julien Boisselier, Joachim Król

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