Zeitung Heute : Hunderte freie Lehrstellen

Gute Chancen gibt es in kaufmännischen Berufen.

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Selten waren die Chancen für Jugendliche so gut, in der Region einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Allein in Berlin wurden im vergangenen Jahr mehr als 9450 betriebliche Plätze angeboten. Rund 13 960 Bewerber waren auf der Suche. In Brandenburg hatten angehende Azubis noch bessere Chancen: 10 620 Bewerber standen mehr als 9540 Lehrstellen in Betrieben gegenüber.

Sowohl in Berlin als auch in Brandenburg wurden damit deutlich mehr Lehrstellen angeboten als in den vergangenen Jahren. „Die Unternehmen haben erkannt, dass in Zeiten des Demographiewandels die eigene Ausbildung die Möglichkeit bietet, den zukünftigen Fachkräftebedarf zu sichern“, sagt Ulrich Wiegand, Geschäftsführer der Handwerkskammer Berlin.

Zu Beginn des neuen Jahres gibt es in der Region noch Hunderte freie Lehrstellen. Die Handwerkskammer listet in ihrer Lehrstellenbörse knapp 160 freie Ausbildungsplätze auf. Besonders gefragt sind Lehrlinge, die sich auf Energietechnik oder Gebäudesanierung spezialisieren wollen. Gute Chancen haben daher angehende Anlagenmechaniker, Elektroniker oder Mechatroniker. Aber auch in klassischen Handwerksberufen gibt es freie Plätze. Wer Tischler, Schneider, Friseur oder Maler werden will, findet passende Angebote bei der Lehrstellenbörse (www.hwk-berlin.de)

Bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin sind sogar mehr als 1500 Ausbildungsplätze in über 100 Berufen registriert. Die meisten Stellen gibt es in kaufmännischen Berufen. Vor allem Spezialisten für den Einzelhandel, Marketing oder im Gesundheitswesen sind gefragt. Wer sich für Berufe in der Gastronomie oder Hotellerie interessiert, wird ebenfalls fündig (www.ihk.dasburo.de). „Es gibt noch Lehrstellen quer durch den Garten,“ sagt IHK-Sprecher Bernhard Schodrowski.

Die Gewerkschaften ermuntern Bewerber, die Situation zu nutzen. Gleichzeitig fordern sie die Betriebe auf, deutlich mehr Ausbildungsplätze anzubieten und den Jugendlichen die Angst vor der Unsicherheit zu nehmen. „Das Wehklagen über den Fachkräftemangel und die nachlassende Ausbildungsbereitschaft der Wirtschaft passen nicht zusammen“, sagt Doro Zinke, Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg. Sie hofft auf mehr als 4000 neue Angebote in allen Branchen und Übernahmegarantien. Tanja Tricarico

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