Zeitung Heute : Hunderte freie Stellen in der Region

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Wer in Berlin oder Brandenburg auf der Suche nach einer Lehrstelle ist, muss flexibel sein, was die Jobwahl angeht. Denn: Die Konkurrenz ist groß unter den zukünftigen Auszubildenden. Die Zahl der Altbewerber ist nach wie vor hoch, hinzu kommen die doppelten Abiturjahrgänge in der Region Berlin-Brandenburg, die im vergangenen Jahr die Schule verließen. Laut Agentur für Arbeit suchten im Bewerberjahr 2011/2012 rund 19 000 Berliner eine Lehrstelle, die Zahl der Ausbildungsplätze lag bei etwa 14 200. In Brandenburg sah die Lage etwas entspannter aus. 13 800 Bewerber kamen auf 11 700 Stellen.

Ganz oben auf der Liste der Traumlehrstellen steht eine Ausbildung im Einzelhandel, als Kraftfahrzeugmechatroniker, als medizinische Fachangestellte oder als Friseur. Weniger beliebt sind Berufe in der Gastronomie oder klassische Handwerkstätigkeiten im Straßenbau oder in der Sanitärtechnik.

Zur Zeit suchen noch etwa 3000 Schulabgänger einen Ausbildungsplatz in der Region, hat der Deutsche Gewerkschaftsbund Berlin-Brandenburg (DGB) errechnet. „Die Unternehmen beklagen einen Mangel an Fachkräften, gleichzeitig bieten sie viel zu wenig Ausbildungsplätze an“, sagt die DGB-Vorsitzende Doro Zinke. „Die Kurve der Ausbildungsbetriebe zeigt nach unten.“

Allerdings wird die Suche nach einem geeignetem Lehrling immer schwieriger, kritisieren viele Firmenchefs. Schlechte Noten, kaum technisches Verständnis, mangelnde Deutschkenntnisse: „Viele Betriebe würden gerne ausbilden, bekommen aber kaum gute Bewerbungen“, sagt Katharina Schumann, Leiterin des Referats Bildungsberatung der Handwerkskammer Berlin. Laut Lehrstellenradar der Kammer werden vor allem Bewerber, die sich als Elektroniker, Gebäudereiniger oder Heizungstechniker spezialisieren wollen, händeringend gesucht. Um die Lehrlinge auch nach der Ausbildung an den Betrieb zu binden, garantieren viele Arbeitgeber einen dauerhaften Job mit guten Gehaltsaussichten.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) ermutigt bislang nicht vermittelte Lehrlinge, sich auch für andere Berufsausbildungen zu bewerben. Mehr als 400 freie Plätze sind in der IHK-Lehrstellenbörse aufgelistet. Gute Chancen haben vor allem Industriemechaniker, Auszubildende in der Gastronomie und in kaufmännischen Berufen. Tanja Tricarico

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