Zeitung Heute : "Ich hasse Menschenmengen"

MARAIKE STAMANN,POULIN TÖPFER VON DER

ANDREAS SCHMIDT gehört zu den jüngsten Stammspielern der Fußball-Bundesliga.Er kickt für Hertha BSC

TAGESSPIEGEL: Andreas, wo sind Sie geboren?

SCHMIDT: Ich bin Berliner.Ich habe bisher auch nur in Berlin gespielt.

TAGESSPIEGEL: Auf welche Schule sind Sie gegangen?

SCHMIDT: Ich habe das Karl-Friedrich-von-Siemens-Gymnasium in Spandau besucht.Ich hatte eine ganz schöne Schulzeit.

TAGESSPIEGEL: Studieren Sie jetzt neben der Zeit als Fußballprofi?

SCHMIDT: Ja, ich studiere Betriebswirtschaftslehre, kurz BWL.Das Grundstudium werde ich noch in diesem Semester abschließen.Ich bin jetzt im fortgeschrittenen achten Semester, also nur halb so schnell wie ein normaler Student, aber das ergibt sich schlichtweg aus dem Sport.Man schafft nur die Hälfte.Aber ich habe ja noch Zeit bis zum 33.oder 34.Lebensjahr, solange ich Fußball spiele.

TAGESSPIEGEL: Was fällt Ihnen zum Trainer Jürgen Röber ein?

SCHMIDT: Jürgen Röber kam in einer Zeit, in der es schlecht um den Verein stand.Wir haben damals in der zweiten Liga gegen den Abstieg gespielt.Die vorderen Plätze, auf denen wir jetzt stehen, sind zum größten Teil sein Verdienst.Man braucht nur mal zu schauen, wie lange er jetzt hier ist.Wie viele Trainer haben dies geschafft? Er ist über 1000 Tage im Amt, da gab es nur wenige Trainer hier in Berlin.Man sieht, er ist an der Seitenlinie immer mit vollem Engagement dabei.Er ist ehrgeizig, er puscht die Truppe immer wieder hoch.

TAGESSPIEGEL: Welches Tor war Ihr wichtigstes?

SCHMIDT: Im Nachhinein muß ich sagen: das erste Bundesliga-Tor gegen Borussia Mönchengladbach.Das war der Beginn meines Stammplatzes in der jetzigen Elf.

TAGESSPIEGEL: Wie finden Sie das Berliner Publikum?

SCHMIDT: Da muß ich ein bißchen differenzieren.In der Zweitligazeit hatten wir in Berlin sehr wenig Zuschauer.Hier wird nur Erstklassigkeit gefördert, das ist ein sehr kritisches Publikum.Wenn man erfolgreich ist, sind sehr viel Zuschauer da, dann sind sie "der zwölfte Mann" im Stadion.Ich würde mir wünschen, daß gerade in schlechten Zeiten, die Zweitligazeit ist ja zum Glück passé, mehr Unterstützung da ist.

TAGESSPIEGEL: Wie gefällt Ihnen das "neue Berlin" am Potsdamer Platz?

SCHMIDT: Da war ich noch gar nicht.Ich hasse Menschenmengen.

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