Zeitung Heute : IG Metall will „Revolution in den Köpfen“

Leipzig - Der neue IG-Metall-Chef Berthold Huber hat die 35-Stunden-Woche infrage gestellt. Die Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Wochenarbeitszeit von im Schnitt knapp 40 Stunden und der tariflichen Arbeitszeit von 35 Stunden sei so groß wie noch nie. Für dieses Problem seien differenzierte Antworten nötig, sagte Huber am Mittwoch auf dem Gewerkschaftstag in Leipzig. Die Arbeitszeit sei vor allem dort zu begrenzen, wo „jede Minute zusätzlich geleistete Arbeit eine Zumutung“ sei. Für Tätigkeiten mit hohem kreativen Anteil könne man dagegen über neue Regelungen nachdenken. „Wir brauchen einen neuen Aufbruch in unserer Arbeitszeit- und Leistungspolitik.“ Dafür sei eine „Revolution in unseren Köpfen“ notwendig.

Der am Vortag mit dem besten Ergebnis seit 35 Jahren gewählte neue Vorsitzende will eine Verjüngung der Gewerkschaft erreichen. Jeder Schritt und jede politische Initiative müsse von der Frage geleitet sein, ob sie Mitglieder bringe und die IG Metall vor Ort stärke, sagte Huber in seiner ersten Grundsatzrede in der neuen Funktion. Die Delegierten bedachten die rund 90-minütige Ansprache mit stürmischem Applaus. Am heutigen Donnerstag wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Gewerkschaftstag in Leipzig erwartet. Tsp

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