Zeitung Heute : „Im Beruf immer wieder innehalten“

Gespräch mit Hildegard Peters, Studierende im Zertifikatsprogramm „Wissensmanagement“ der DUW

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Wer hoch hinaus will, muss seine Kenntnisse effizient einsetzen: Im Zertifikatsprogramm Wissensmanagement lernt man, wie das geht....

Hildegard Peters ist Studentin im Zertifikatsprogramm „Wissensmanagement“ der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW). Nach dem Erststudium in Sozialpädagogik und einigen Jahren Berufserfahrung schloss sie ein berufsbegleitendes Magisterstudium der Soziologie an. Hildegard Peters ist neben ihrer Tätigkeit bei der Kindernothilfe Vorstandsmitglied beim Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO). In ihrer Freizeit bildet sich die 51-Jährige im Feld der Entwicklungszusammenarbeit fort.

Frau Peters, Sie sind eine gestandene Führungskraft mit langjähriger Berufserfahrung, trotzdem wollen Sie sich weiterbilden. Warum haben Sie sich gerade für das Zertifikatsprogramm „Wissensmanagement“ entschieden?

Ich habe mich schon länger kundig gemacht, welche Weiterbildung es zurzeit für mich gäbe. Denn an Berufserfahrung mangelt es mir eigentlich nicht. Trotzdem finde ich es gut, nach gewissen Etappen innezuhalten und zu schauen, an welchem Punkt meiner beruflichen Laufbahn stehe ich? Und da bin ich auf das Zertifikatsprogramm Wissensmanagement aufmerksam geworden. Ich möchte vor allem das, was ich in meiner bisherigen Tätigkeit an Erfahrungen, Kenntnissen und Kompetenzen erworben habe, mit dem Wissen zusammenführen, über das meine Organisation verfügt. So kann ich dieses Wissen für zukünftige Aufgaben einfach besser nutzen. Dafür erscheint mir das zwei Monate lange Programm bestens geeignet.

Lassen sich Weiterbildung, Beruf und Privatleben vereinen?

Ich bin natürlich weiterhin berufstätig und muss sehen, wie ich das in meinen Alltag integriere. Dabei kommt mir das Studienangebot sehr entgegen – es gibt nämlich nur eine einzige Präsenzveranstaltung, ansonsten ist die Weiterbildung als Fernstudium konzipiert. So kann ich Weiterbildung gut in meinen Berufs- und in meinen Familienalltag einbauen.

Also war die Dauer des Programms auch ein Kriterium für Sie? Ganz gezielt ein bestimmtes Thema in zwei Monaten zu bearbeiten?

Ganz genau. Und ich kann ja hinterher immer noch ein weiteres Zertifikatsprogramm anschließen. Das zeichnet sich vielleicht erst während der Weiterbildung ab oder im Anschluss daran. Möglicherweise entdecke ich Bereiche, die mich besonders interessieren, und die ich dann weiterverfolgen möchte. Was ich zudem attraktiv finde, ist die Sache mit der Anerkennung der Leistungen. Wenn man diese Art der Weiterbildung an einer Universität macht, kann man andere Zertifikate oder akademische Abschlüsse anschließen. Die Leistungspunkte nach dem European Credit Transfer System (ECTS), die ich jetzt bei „Wissensmanagement“ erwerbe, kann ich mir zu einem späteren Zeitpunkt auf ein weiterführendes Studium anrechnen lassen. Ich hatte mir auch überlegt, mich noch mal umfassender weiterzubilden. Aber ich denke, in meiner jetzigen Situation muss ich realistisch abwägen, was ich wirklich schaffen kann. Da ist diese Art der Weiterbildung sehr gut geeignet.

Frau Peters, Sie arbeiten sehr projektorientiert. Wie passen das Studienformat der DUW und ihre tägliche Arbeit zusammen?

Nun ja, Projektarbeit heißt, dass es sich um zeitlich begrenzte Vorhaben handelt. Und da denke ich, dass das Wissen, das man in einem Projekt erworben hat, dem nächsten Projekt zugutekommen muss. Bestimmte Teile meiner Tätigkeit sind deshalb gutes Basismaterial für die Weiterbildung „Wissensmanagement“. Bei meinem derzeitigen Projekt – dem Aufbau der Kindernothilfe Luxemburg – können wir auf die Erfahrungen zurückgreifen, die wir beim Aufbau der Schwesterorganisationen in Österreich und der Schweiz gewinnen konnten. Da wäre es gut, noch mal genauer hinzuschauen: Welche Prozesse sind abgelaufen? Wo haben wir Fehler gemacht? Wo haben wir Synergien nicht effizient genug genutzt? Was haben wir daraus gelernt? Solche Fragen will ich im Programm „Wissensmanagement“ – auch im Austausch mit den anderen Studenten – reflektieren. Ich habe in den sechs Jahren bei der Kindernothilfe viel Neues dazu gelernt und reichlich Erfahrungen gesammelt. Nun verspreche ich mir durch die Methoden, die ich in diesem Zertifikatsprogramm kennenlerne, dass ich meine gesamte Berufserfahrung noch mal neu sortieren und dadurch gewinnbringend für meinen Arbeitgeber einsetzen kann.

Weiterbildungsanbieter gibt es ja wie Sand am Meer. Warum haben Sie sich für einen universitären Anbieter entschieden?

Da sehe ich schon einen Unterschied zwischen universitären und nicht-universitären Angeboten. Ich habe zum Beispiel gerade ein Zertifikat im Bereich Entwicklungszusammenarbeit erworben, das sehr konkret und rein anwendungsbezogen war. Für eine allgemeine Weiterbildung finde ich dagegen eine Universität reizvoll. Zum einen findet die Weiterbildung dort noch mal auf einer anderen Ebene statt. Zum anderen lassen sich an die Angebote weitere Weiterbildungskurse anschließen. Da bleiben die angestrebten Ziele eben nicht nur auf die jetzige Arbeitssituation bezogen. Man kann noch einmal aus dem Vollen schöpfen und verschiedene berufliche Stränge zusammenführen. Die Fragen stellte Jana Rebholz

Hildegard Peters studiert im Zertifikatsprogramm „Wissensmanagement“ an der Deutschen Universität für Weiterbildung. Die 51-Jährige arbeitet zudem bei der Kindernothilfe.

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