Zeitung Heute : Im Gespräch mit Courtney Solomon: Wie kam Jeremy Irons mit dem virtuellen Drachen zurecht?

Mister Solomon[warum haben Sie "Dungeons & Dr]

Courtney Solomon, 30, und sein Team arbeiteten für den Film "Dungeons & Dragons" mit elf verschiedenen Effects-Spezialisten zusammen, damit die Umsetzung der Videospiel-Sequenzen auf das Kinoformat möglichst realistisch aussieht.

Mister Solomon, warum haben Sie "Dungeons & Dragons" verfilmt?

Als Jugendlicher war ich ein großer Fan dieses Rollenspiels und habe es fast sechs Jahre lang gespielt. Schon damals habe ich mir immer gedacht, dass dieses Spiel eine ideale Kinovorlage sein würde. Als ich nach der Highschool ins Filmgeschäft einstieg, hat mich das nicht mehr losgelassen. Als ich 20 Jahre alt war, habe ich die Herstellerfirma des Spiels angerufen und ihnen eine Verfilmung vorgeschlagen. Man hat mich natürlich ausgelacht, weil ich viel zu jung war. Jahre später hat es dann doch noch geklappt. Für mich war "Dungeons & Dragons" immer eine einzigartige Fantasiewelt, die ich gerne für die Fans des Spiels zum Leben auf der Leinwand erwecken wollte. Und für alle anderen soll der Film zeigen, was wir an dieser Welt so interessant finden.

Ist die Verfilmung eines Videospiels ein schwieriges Unterfangen?

Jeder, der das Spiel schon mal erlebt und verstanden hat, wird in diesem Film viele Dinge wiedererkennen. Die anderen Zuschauer kennen leider weder die Regeln noch die Schauplätze des Spiels, und deswegen mussten wir die Story einfacher strukturieren. Dadurch zielt der Film auch eher auf eine jüngere Zielgruppe und vielleicht wird es mal einen zweiten Teil geben, der dann eher Erwachsene anspricht. Selbst die Fans des Spiels unterteilen sich in zwei Gruppen: Die eine folgt den bekannten Regeln und eine andere spielt eine verschärftere Version, die eher wie "Gladiator" oder "Braveheart" funktioniert.

Dieses Jahr kommen mit "Tomb Raider" und "Final Fantasy" zwei weitere Videospielverfilmungen ins Kino. Andere populäre Spiele wie "Resident Evil" oder "Shenmue" werden gerade abgedreht. Ist das der neue Trend?

In Hollywood funktioniert das wie beim Domino-Prinzip: Einer fängt an und dann folgt eine ganze Kettenreaktion. Die Filme der Scream-Reihe haben dieses Prinzip bestens vorgeführt. Diese Slasher-Movies hätte man vor Jahren einfach nicht drehen können und jedes Studio hätte dankend abgelehnt. Bis zu Clint Eastwoods "Unforgiven" konnte man in Hollywood auch keine Western-Filme mehr drehen. Danach folgten eine ganze Reihe von Western. Mit Fantasyfilmen war es nicht anders und jetzt kommt "Harry Potter" oder "Herr der Ringe" ins Kino.

Liam Neeson äußerte nach seinen Dreharbeiten zu "Star Wars: Episode 1", dass die Arbeit mit vielen Blue-Screen-Aufnahmen nichts mehr mit Schauspielerei zu tun habe. Wie kam Jeremy Irons mit dem virtuellen Drachen zurecht?

In der Eröffnungssequenz des Films steht Jeremy Irons in der Rolle des Magier Profion dem großen Drachen gegenüber. Auf dem Set stand er nur vor einem großen Blue-Screen und der Drachen war nichts weiter als ein langer Stock, der oben zwei lächerlich große Augen als Orientierungshilfe hatte. Dazu musste ich ihm erklären, wie der Drachen auf seine Worte reagieren würde, damit Jeremy eine entsprechende Gestik zeigen würde. Am Anfang war das nicht einfach, aber für die Dreharbeiten der Drachenschlacht am Schluss eine gute Übung. Es gab andere Stellen im Film, wo die Synchronisation zwischen dem Verhalten der Schauspieler und den später eingefügten Computeranimationen viel schwieriger war.

Wer ist für die Einarbeitung der Special Effects am Drehort zuständig?

Der Visual Effects Supervisor und der Visual Effects Producer. Bei unserem Film sollte eine einzige Firma namens Station X alle Spezialeffekte abwickeln und am Ende waren dies immerhin 550 Einstellungen. Als wir mit den Dreharbeiten in Prag fertig waren, hatten sie aber gerade mal einen einzigen Shot bearbeitet und gingen kurz danach pleite. Wir mussten schließlich die Effekteinstellungen von elf verschiedenen Firmen abarbeiten lassen und jedes der einzelnen Filmelemente wurde so verteilt.

Welchen Rat würden Sie denen geben, die das Spiel "Dungeons & Dragons" nach dem Kinobesuch ausprobieren wollen?

Denen kann ich nur wünschen, dass sie so viel Spaß wie möglich mit dem Spiel haben werden und sich auf das Abenteuer einlassen. Bei "Dungeons & Dragons" schlüpft man wie ein Schauspieler in eine andere Rolle. Diese Erfahrung sollte man sich nicht entgehen lassen.

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