Zeitung Heute : IM "GLUTOFEN" VON MONTPELLIER: Preciado erlöst die Kolumbianer

MONTPELLIER .Ein Glückstor von Leider Preciado läßt Kolumbien weiter von der zweiten Achtelfinale-Teilnahme bei einer Fußball-Weltmeisterschaft träumen.Sieben Minuten vor Schluß bewahrte der 21 Jahre alte Stürmer aus Bogota die Südamerikaner mit seinem Treffer zum 1:0 (0:0) gegen Tunesien vor dem vorzeitigen WM-Aus in Frankreich.Bei der Hitzeschlacht vor 35 000 Zuschauern in Montpellier durfte sich auch der deutsche Schiedsrichter Bernd Heynemann in seinem ersten WM-Spiel als Sieger fühlen.Der 44 Jahre alte Magdeburger empfahl sich mit einer souveränen Leistung für einen Einsatz im Achtelfinale, das für die Nordafrikaner nach der zweiten Niederlage in der Gruppe G passé ist.Die Enttäuschung war den Tunesiern danach deutlich vom Gesicht abzulesen.Kolumbiens WM-Schicksal entscheidet sich dann am Freitag im letzten Vorrundenspiel der Südamerikaner gegen England.

Die große Hitze - auf dem Rasen herrschten Temperaturen von fast 40 Grad - schien die 22 Akteure anfangs total zu lähmen.Die Partie plätscherte zwischen den Strafräumen dahin und bot zunächst alles andere als etwa Unterhaltungswert.Kolumbiens Coach Dario Hernan Gomez hatte nach dem Rauswurf des eigenwilligen Stürmerstars Faustino Asprilla mit dem ehemaligen Bayern-Profi Valencia und De Avila zwar zwei Sturmspitzen aufgestellt, aber die blieben weitgehend stumpf.Einen Kopfball von Cabrera konnte El Ouaer parieren, wenig später rettete Tunesiens Schlußmann gegen De Avila.Auf der anderen Seite scheiterte der Freiburger Bundesliga-"Legionär" Ben Slimane mit einem Kopfball an Kolumbiens reaktionsschnellem Torhüter Mondragon, der den Ball gerade noch gegen den Pfosten lenken konnte.Mondragon verdiente sich über die gesamten 90 Minuten ein Sonderlob.

Diese Aktion wirkte wie ein Signal.Plötzlich zogen beide Teams im Tempo an und lieferten sich einen offenen Schlagabtausch.Auch auf den Rängen wachten die Zuschauer auf.Die Südamerikaner erarbeiteten sich weitere Möglichkeiten, von denen Palacios die größte vergab, als er nach einem Fehler von El Ouaer das leere Tor verfehlte.Den munter mitspielenden Tunesiern fehlte es am gegnerischen Strafraum ebenfalls an der nötigen Abgeklärtheit beim Abschluß.

Dennoch wären die Nordafrikaner kurz vor der Pause beinahe in Führung gegangen, als Kolumbiens Torwart Mondragon einen hoch hereingeschlagenen Eckball Bouazizi in den Nacken faustete, von wo das Leder gegen die Latte sprang.

Auch nach dem Wechsel suchten beide Mannschaften ihr Heil in der Flucht nach vorn.Ben Slimane vom Bundesliga-Aufsteiger SC Freiburg avancierte, angefeuert von einigen Fans aus dem Breisgau, zum auffäligsten Akteur.Erst verpaßte der Dribbelkünstler zweimal nur knapp das 1:0 (55.und 58.Minute), dann legte er für seinen Klubkollegen Beya auf, der mit einem spektakulären Seitfallzieher knapp das Gehäuse verfehlte.

Auf der Gegenseite bewahrte El Ouaer mit einer Glanzparade bei einem Kopfball des eingewechselten Aristizabal (76.Minute) Tunesien vor einem Rückstand.Bei Preciados trockenem Linksschuß stand er aber auf verlorenem Posten.

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben