Zeitung Heute : Im Streit um die Trigon-Baupläne ist kein Kompromiss in Sicht - Bürger kritisieren BVV-Beschluss

CD

Lange hatte die Bürgerinitiave Stuttgarter Platz einen "Runden Tisch" zum Trigon-Bauprojekt gefordert - aber als es am Dienstagabend so weit war, fühlten sich die Anwohner eher über den Tisch gezogen. "Es gibt ja nun schon den BVV-Beschluss, das Verfahren zu forcieren", ärgerte sich Initiativen-Sprecherin Nadia Rouhani. Damit sei die Hoffnung, die ganze Planung werde überdacht, zerstört.

Tatsächlich brachte das dreistündige Gespräch im Rathaus kaum eine Annäherung. Teilnehmer waren Baustadträtin Beate Profé (Grüne), Bezirksverordnete, Vertreter der Investoren und des Senats, Architekt Bernd Albers sowie Geschäftsleute vom "Stutti" und aus der Wilmersdorfer Straße. Auch SPD-Bürgermeisterin Monika Wissel hörte zu. Als Moderator fungierte ein ehemaliges Mitglied der Wettbewerbs-Jury, Urs Kohlbrenner aus der Schweiz.

Die Trigon plant, wie berichtet, ein 19-stöckiges Hotel und eine Ladenpassage am S-Bahnhof Charlottenburg. Das Projekt stößt besonders wegen einer drohenden "Verschattung" des Platzes auf Protest. Schon 1996 hatte Bernd Albers den Architektenwettbewerb gewonnen, später wurde die Trigon als Bauherr ausgewählt. Die Gesamtfläche von 24 000 Quadratmetern wollte die Firma vor kurzem auf 30 000 Quadratmeter erhöhen. Die BVV lehnte dies ab und forderte eine Rückkehr zum Wettbewerbsentwurf - den die Anwohner ebenfalls ablehnen.

Kritik erntete nun auch die Bahnhofsplanung. Die Bahn, die S-Bahn und der Senat wollen die Station zur Wilmersdorfer Straße hin verlagern, um das Einkaufen in der Fußgängerzone und das Umsteigen in die U-Bahn zu erleichtern. Es soll zwei Bahnsteige für die S-Bahn und einen für die Regionalbahn geben. An einer Böschung müssten mehr als 100 Bäume weichen. Der Grünen-Verordnete Bert Lehmann fragte, ob nicht ein Bahnsteig verzichtbar sei.

Der Vertreter der Verkehrsverwaltung kündigte dazu an, man wolle jahrealte Prognosen, wonach der Bahnhof werktäglich von 88 000 Fahrgästen passiert werden dürfte, innerhalb weniger Tage nochmals überprüfen. Das Thema Verkehr wurde vertagt, auch weil S-Bahn-Vertreter fehlten. Der Termin des nächsten "Runden Tisches" steht noch nicht fest.

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