Zeitung Heute : Im Thüringer Wald finden in diesen Wochen wieder Schlittenhunderennen statt

David Fuchs

Die Sonne blinzelt durch die Bäume. Der Neuschnee hat die Landschaft in eine weiße, fast märchenhaft anmutende Kulisse verwandelt. Hinter dem kleinen Ort Masserberg ist es still. Doch aus der Ferne hört man nun das Hecheln der Hunde und auch ihr Gebell. Plötzlich tauchen die ersten Vierbeiner auf. Legen sich ins Geschirr. Ziehen die Schlitten mit enormer Geschwindigkeit vorbei. Mit jedem Sprung zeichnen sich die Muskeln der trainierten Tiere ab. "Lauf, Willi, lauf", schreit einer der Hundeführer. Für einen kurzen Augenblick hebt sich die Kufe eines Schlittens auf der einen Seite vom Boden ab. Der wird doch nicht umfallen? Das ging nochmal gut. Gott sei Dank. Doch in solchen Momenten stellt sich der Zuschauer nicht unwichtige Fragen: Was würde zum Beispiel passieren, wenn einer der Hunde zwischendurch pinkeln müsste und voll in die Bremse geht? Man möchte nicht auf einem Schlitten sitzen, dessen Hunde sich die Blase erkältet haben.

Jedes Jahr ein Hauch Alaska: Im Januar und Februar finden im Thüringer Wald internationale Schlittenhunderennen statt. Am Start stehen rund 200 Schlittenhundeführer - in Fachkreisen Musher genannt - und mit ihnen zahlreiche Vierbeiner: nordische Schlittenhunde, wie etwa Sibirian, Huskys, Alaskan, Malamute, Grönlandhunde und Samojede. Das längste reinrassige Hundeschlittenrennen Mitteleuropas ist die Trans-Thüringia. Zum fünften Mal wird sie in diesem Jahr vom 5. bis zum 14. Februar veranstaltet. In neun Etappen bewältigen die Gespanne eine Gesamtlänge von 415 Kilometern. Die Orte Siegmundburg, Masserberg, Neuhaus am Rennweg sowie Altenfeld sind Austragungsstätten des Rennens. Zur Trans-Thüringia werden rund 400 Hunde erwartet. Die Veranstalter sind verschiedene internationale Schlittenhundevereine sowie Gemeinden, durch die sich die Schlittenhunde durchhecheln. Eine Besonderheit in Neuhaus am Rennweg: Am 9. Februar werden die Hundeführer mit ihren Tieren Station machen und in Zelten übernachten. Die Stimmung ist eigenwillig und in der Tat kommt hier ein Hauch Alaska auf, winterweiße Weiten mit bewaldeten Anhöhen. Nur, dass die Bären fehlen. Doch Besucher werden sich auch an den Schlittenhunden erfreuen können: Wenn die Truppe ihr Camp aufschlägt, haben sie die Möglichkeit, die Schlittenhunde ganz aus der Nähe zu betrachten und vielleicht auch zu streicheln.

Aber auch Langläufer kommen in diesen Wochen im Thüringer Wald auf ihre Kosten. Die Loipen locken. Und natürlich der Wald. Und wenn dann mal ein bellendes Wesen um die Tannen schießt, muss es nicht unbedingt ein Husky oder ein Alaskan sein: Die Landschaft reizt auch Winterwanderer, und nicht selten haben sie ihre Pudel, Cockerspaniel und Setter dabei. Anreise: Um flexibel zu sein, müssen wir diesmal statt der Bahn das weniger umweltfreundliche Auto empfehlen: A4 Eisenach-Jena, Ausfahrt Gotha, dann weiter über die Landstraße.

Trans-Thüringia: Die Eröffnungsfeier findet am 4. Februar um 16 Uhr in Masserberg statt. Weitere Auskünfte: 036870 / 53 373.

Unterkunft: Der Fremdenverkehrsverband Thüringer Wald verschickt neben Veranstaltungskalendern und Freizeit-Broschüren ein Hotel- und Gastgeberverzeichnis.

Information: Fremdenverkehrsverband Thüringer Wald e.V., Postfach 124, 98501 Suhl; Telefon: 036 81 / 394 50, Buchungsservice unter: 036 81 /70 86 83. Im Internet unter folgender Adresse zu erreichen: www.thueringer-wald.com . Und falls Sie eine E-mail schicken wollen: info@thueringer-wald.com .

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