Zeitung Heute : Im Trend bleiben – und dabei immer schön grün

Ob recyclebar, fair gehandelt, energiesparend oder biologisch abbaubar: Nachhaltiges Design macht Vergnügen

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Nachhaltigkeit macht Spaß. Wer bei der Einrichtung seines Zuhauses oder Büros und bei seinen täglichen Kaufentscheidungen auf die Umwelt Rücksicht nimmt, muss heute auf nichts mehr verzichten. Im Gegenteil: Green Design steht einerseits für Design im wahrsten Sinne des Wortes und andererseits für Nachhaltigkeit im Sinne ökologischer, ethischer und kultureller Verantwortung. Eine bessere Verbindung kann es kaum geben.

So können moderne Stadtnomaden, die ständig mit Notebook, Handy und iPod unterwegs sind, ihre urbanen Utensilien mit der eigenen mobilen Solarzelle aufladen. Möglich wird das mit der von einem Schweizer Trio entwickelten Solartasche „Sakku“. Gefertigt im angesagten Kuriertaschendesign aus gebrauchten Segeln oder Markisen, gibt es sie in vier Größen. Von diesen hängt auch die Energieleistung des wetterfesten Solarpanels auf der Taschenaußenseite ab. Die größte Tasche „sakku.traveller“ liefert bis zu fünf Watt, während ihre kleinen Brüder bis zu 2,5 Watt erzeugen. Alle Taschen sind laut Hersteller 100 Prozent klimaneutral. Die elektronischen Komponenten können zum Waschen entfernt werden (www.sakku.ch, ab 164 Euro).

Das passende Handy dazu gibt es von Samsung: Das Blue Earth S 7550, dessen Gehäuse aus recycelten Pet-Flaschen besteht und das mit einem Solarmodul ausgestattet ist. Selbst an bedeckten Tagen, so Samsung, könne dies ausreichend Energie für den Betrieb des Handys liefern. Wer sich das schicke blaue Mobiltelefon zulegt, verkleinert nicht nur den eigenen CO2-Fußabdruck, sondern unterstützt mit dem Kauf auch den WWF bei der Waldbildung im Naturpark Uckermärkische Seen (www.samsung.de, ohne Vertrag um 250 Euro).

Doch auch Lifestylemarken zählen zu den grünen Designern. So wie das seit 1927 im Odenwald ansässige Familienunternehmen Koziol, das sich auf Nützliches für Heim und Garten spezialisiert hat. Ob die legendäre Etagere „Babell“, die preisgekrönte Gießkanne „Camilla“ oder der innovative Raumteiler „Fusion“: Die Entwürfe von Koziol zeichnen sich nicht nur durch humorvolle Details und hohe Funktionalität aus, sondern vor allem durch strenge Umweltleitlinien. Die Produkte werden aus ressourcenschonendem thermoplastischem Kunststoff hergestellt und sind komplett recyclebar (www.koziol.de).

Recycling, Energieeffizienz in der Produktion und der Einsatz nachwachsender Rohstoffe spielen auch bei dem Möbelhersteller Ligne Roset eine zentrale Rolle. Fans von Claude Brissons Schlafsofa „Multy“ können sich das kultige Designobjekt heute mit reinem Umweltgewissen ins Wohnzimmer stellen (www.ligne-roset.de). Das gilt auch für die bunten Einzelstücke von Squint, das alte Möbel mit prächtigem Patchwork aus Designerstoffen wieder neu aufpolstert (www.squintlimited.com). Poetische Unikate aus Recyclingmaterial erschaffen dagegen WIS Design aus Schweden. Etwa die Kommode „Decades“, die mit Schubladen aus mehreren Jahrzehnten bestückt ist (www.wisdesign.se).

Wer Energie sparen und trotzdem nicht im Dunkeln sitzen will, muss sich nach zukunftsweisenden Leuchtmitteln umsehen. Hier kommen die neuen LED-Lampen ins Spiel. „Ihnen gehört die Zukunft“, sagt Nadine Müller von Osram. Zumal dieses Jahr LEDs mit Schraubsockel auf den Markt kommen, die herkömmliche 60-Watt-Glühbirnen ersetzen können. Künftig werden auch OLEDs eine große Rolle spielen, die als leuchtende Flächen fast überall einsetzbar sind – ob in Möbeln, als Vorhang oder in Fenster integriert. Die Möglichkeiten sind vielfältig, was Lampendesigner Ingo Maurer schon 1996 erkannt hat. Wer sich für eines seiner leuchtenden Designobjekte entscheidet – etwa die mit zehn OLEDs bestückte Tischlampe „Early Future“ – tut auch etwas für die eigene CO2-Bilanz (www.ingo-maurer.com).

Mit Kindern im Haus kommt man kaum umhin, sich über Umweltverträglichkeit Gedanken zu machen: Niemand will den eigenen Nachwuchs mit giftigem Spielzeug gefährden. Aber es müssen auch nicht gleich die anthroposophischen Holzteile aus dem Bioladen sein. Witziger und dennoch ökologisch korrekt ist zum Beispiel die fantasievolle 3D-Bauteile-Kollektion „Totem“ des holländischen Spielzeugherstellers Kidsonroof. Die aus stabilem Recyclingkarton gefertigten und bunt bedruckten Elemente lassen sich zu Raumschiffen, Hexenhäusern, Bäumen oder Elchen zusammenstecken. Da überrascht es nicht, dass „Totem“ auf der weltweiten Bestenliste „The Green Design 100“ des Time-Magazins gelandet ist (www.kidsonroof.com).

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