Zeitung Heute : Imagewerbung mit Unterhaltungswert

CHRISTINA DENZ

Der Mittelstand auf dem Weg in ein multimediales FirmenkonzeptVON CHRISTINA DENZ

Ob CD-ROM, Info-Säulen oder Online-Service: Neue Medien versprechen neue Möglichkeiten der Firmen-Organisation und Präsentation.Doch wo ein Wille zu High-Tech ist, ist der Weg noch häufig von Kosten-Leistungs-Rechnungen überschattet: Wieviel Fachkräfte benötige ich zur Aufbereitung einer Datenbank? Welche Erfolge erziele ich mit CD-ROM-Werbung? Um Aufklärung bemühte sich am Dienstag ein Diskussionsforum der Deutschen Bank Berlin.Unter der Frage: "Multimedia - Mode oder Erfolgsfaktor?" waren Kunden und Fachleute geladen, die Welt des elektronischen Firmenmanagements kennenzulernen.

Christof Steinke von Deutschlands Computer-Shootingstar Pixelpark lieferte bunte Beispiele für Firmenengagement a la Multi-Media.Neben CD-ROM erstellt Pixelpark Firmendateien für das Internet (Homepage) und konzipiert Informations-Säulen für die öffentliche Nutzung.Zu den Kunden gehören adidas, Daimler Benz oder Karstadt.Beispiel Dr.Oetker: Aus dem klassischen Wackelpudding-Label wurde nach einer Pixelpark-Kur Dr.Online.Zwar blieb der Pudding im Netz, grafische und inhaltliche Aufmachung aber zielen auf eine jüngere Zielgruppe.Um anhaltendes Interesse unter den Nutzern bemüht sich Dr.Online mit einem Preisrätsel.Hinter dem Konzept verbirgt sich für Steinke ein Schlüssel zum Erfolg der neuen Medien: "Information plus Entertainment bedeutet eine neue Käufer-Bindung."

Auch die Krone AG aus dem Bereich Telekommunikation hat mit Pixelpark die Kurve zum modernen Outfit genommen.In nur acht Wochen entstand eine CD, die der Hochglanzbroschüre mit bewegten Bildern, prägnanten Texten und sphärischen Minimalklängen Konkurrenz macht.Die Kosten der Krone-CD lagen bei etwa 120.000 Mark."Das ist aber eher unteres Level", meint Ute Rosin, Leiterin der internen Kommunikation bei Krone.

Christof Steinke rät außerdem, eigene Firmenstrukturen zu berücksichtigen."In puncto neue Medien dauert die Phase von der Idee bis zur konkreten Planung in den Betrieben meist länger, weil nur wenige mit den Computermöglichkeiten vertraut sind." Zudem müsse man sich über seine Erwartungen und Ziele im Klaren sein."Schlichtweg den Umsatz steigern, dafür ist es noch zu früh." Multi-Media-Produkte versteht Steinke zur Zeit als Ergänzung zum gängigen Image- und Produktvertrieb."Langfristig aber wird sich der Markt umstellen.Deshalb ist rechtzeitige Information besonders wichtig, um die Skepsis gegenüber diesen modernen Medien abzubauen."

Wolfgang Nieschalk von der Werbeagentur Zühlke Scholz & Partner ist in Sachen Multi-Media zurückhaltend: "Zur Zeit erscheint mir die Krone AG als Ausnahme." Mit Hinblick auf die Online-Dienste sei es außerdem wichtig, sich über den Kundenstamm und das Zielgebiet im Klaren zu sein: "Wenn ich vorwiegend ein heimisches Klientel anspreche, ist der Zugang zum World Wide Web ja wenig sinnvoll."

Manfred Schwanitz, Geschäftsführer des Nachrichten-Technik-Unternehmens Radiodata, dagegen versucht den Weg der Mitte: "Als Fachunternehmen mit einer ganz speziellen Zielgruppe kommt es uns auf Informationen an." Natürlich biete die CD-ROM eine komprimierte Darstellung von umfangreichen Daten."Für unseren Zweck aber reicht es, selbst CDs zu beschreiben.Die Anschaffung eines solchen Schreibgerätes ist wesentlich günstiger." Auch ein Ansatz auf dem Weg in die Computer-Welt: im Do-it-Yourself-Verfahren.

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