Zeitung Heute : In den kommenden Wochen sollen im Rahmen einer Plan-Werkstatt Ideen für die Gestaltung entwickeln werden

C.v.L.

Wie eine geteilte Stadt wirkt Berlin durch die breite, wildbewachsene Bahnschneise südlich von Potsdamer Platz, Anhalter Bahnhof und Landwehrkanal. Ob das "Gleisdreieck" ausschließlich Grün bleibt, Park wird oder stellenweise Bauten erhält, ist offen. Die angrenzenden Bezirke sind für Grün. Der Berliner Architekt Hildebrand Machleidt sieht eine "Tabu-Zone", in der sich West-Berliner Denken aus den 80er Jahren und der Wunsch nach einem grünen Ausgleich in der eingemauerten Stadt widerspiegeln. Es böten sich aber städtebauliche Chancen. Studenten von vier Universitäten wollen in den kommenden zwei Wochen im Rahmen einer Plan-Werkstatt "summerschool Berlin" Ideen für die Gestaltung entwickeln.

Machleidt gehört als Gastprofessor der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus zu den Hochschullehrern, die das Projekt der über 50 Studenten der Architektur und Stadtplanung betreuen. Beteiligt sind die Technische Unversität, die Gesamthochschule Kassel und die TU Liberec aus Tschechien. Deren Professor Jiri Suchomel hatte sich am Wettbewerb Tegeler Hafen für die Internationale Bauausstellung beteiligt. Die "summerschool" soll zur ständigen Einrichtung werden und auf Hochschulebene auch den Dialog mit Osteuropa fördern - zunächst am Beispiel Gleisdreieck. Dieses trennende Areal in der Mitte Berlins habe mit der Hauptstadtfunktion, dem Potsdamer Platz und dem Parlaments- und Regierungsviertel an Bedeutung gewonnen, hieß es.

"Die Universität soll sich in die Stadtplanung einmischen", sagte Machleidt. Vor allem das Areal zwischen Möckern-, Yorck-, Monumenten- und Dennewitzstraße soll zu baulichen Vorschlägen jeder Art anregen. Die Arbeit der Studenten, die hier auf eigene Kosten wohnen, wird von Führungen, Diskussionen und Vorträgen begleitet, etwa über "Leerräume" oder "Chancen der Gleisbrachen". Am 2. Oktober sollen die Entwürfe in einer Ausstellung im Fachbereich Architektur der TU am Ernst-Reuter-Platz gezeigt und mit Vertretern aus Verwaltung und Politik erörtert werden.

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