Zeitung Heute : „In einem Jahr sind die Kosten drin“

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Herr Professor Stähli, an deutschen Fachhochschulen wird der Masterabschluss zum Nulltarif angeboten. Ein Schnäppchen. Sollten Aspiranten da zugreifen?

Im Prinzip ja, denn ein MBA ist immer eine sichere Investition. Nur sollte man sich nicht nur nach Kostenaspekten entscheiden, sondern sich die Ausbildungsinhalte, die Dozenten, den Ruf der Schule und deren Akkreditierung genau ansehen. Die aktuellen Rankings, zum Beispiel das der Financial Times, zeigen, dass die Schulen höchst unterschiedlich bewertet werden. Und wenn MBAAbsolventen mit ihresgleichen im Wettbewerb um eine Position stehen, entscheidet meist die Reputation der Schule.

Eine MBA-Ausbildung an einer bekannten Business School kostet aber rund 40000 Euro. Lohnt sich diese Investition?

Junioren haben die Kosten schon nach einem, spätestens anderthalb Jahren dank des höheren Einkommens wieder drin. Schließlich verdienen sie von Anfang an deutlich mehr als ihre Kollegen ohne die Master-Ausbildung. Erfahrene Executives, also um die 35 Jahre alte Führungskräfte, brauchen ein bisschen länger, sagen wir zwei oder drei Jahre, bis sich die Kosten amortisiert haben und sie, rein finanziell gesehen, in die Gewinnzone kommen. Im Hinblick auf ihre herausfordernden Aufgaben und Positionen zeigen sich die Vorteile natürlich schneller.

Welche nicht-finanziellen Vorteile bringt der Grad?

Der MBA ist die Eintrittskarte für eine Karriere mit weitem Gestaltungsspielraum, strategischen Entscheidungen und hoher Verantwortung in der Wirtschaft. Außerdem eröffnet gerade diese Weiterbildung den Zugang zu einem großen Netzwerk von Manager- und Unternehmerkollegen. Das darf man nicht unterschätzen.

Welche Titelrendite bringt der MBA im Ausland?

Für den, der international arbeiten möchte, ist der MBA sogar entscheidend wichtig, fast schon ein Muss. Denn ein akkreditierter Grad ist auf der ganzen Welt anerkannt und wird überall hoch geachtet. Wer außer uns kennt denn schon den Diplom-Kaufmann?

Lohnt sich die Weiterbildung auch für ältere Manager?

Ohne Zweifel. Der „Executive MBA“ unserer Schule wird gerade von erfahrenen Managern, die im Job stehen, geschätzt. Und von den Unternehmen genau so.

Die Fragen stellte Christine Demmer

ALBERT STÄHLI

ist Gründer und

Rektor der

Graduate School

of Business

Administration

(GSBA) in Zürich.

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