Zeitung Heute : In fliegenden Kisten kämpfen

BERTRAM KÜSTER

Der legendäre rote Baron, Manfred von Richthofen, ist Namensgeber für den zweiten Teil des Computerspiels "Red Baron" aus dem Hause Sierra.Der mit 80 Abschüssen erfolgreichste deutsche Jagdflieger war ein bestechendes Symbol für die deutsche Kriegspropaganda.In "Red Baron 2" kann man nun selbst zu den Pionieren der Luftfahrt stoßen und zum Fliegerass avancieren.Natürlich ist Krieg kein Spiel - ein Vorbehalt, der bei einem so realistisch gestalteten Programm wie diesem besonders ins Gewicht fällt: Neben einzelnen Missionen und kurzen Zweikämpfen bildet der sogenannte Feldzug den Schwerpunkt des Programms, wobei der Spieler den gesamten Weltkrieg vor historisch genauer Kulisse durchspielen kann.Das klingt zynisch, allerdings geht es den Spielern wohl nicht darum, sich am Krieg zu ergötzen.Vielmehr wollen sie im virtuellen Flug ihre eigene Geschicklichkeit testen.

Zu Beginn wird gewählt, ob man auf Seiten der alliierten oder der deutschen Flieger anheuern will.Die Aufträge reichen von einfachen Aufklärungsflügen bis zu Eskortflügen.Je nachdem wie erfolgreich der Spieler dabei abschneidet, erwarten ihn Orden und Beförderungen.Hat man einmal mit einer der 22 Flugzeuge abgehoben zeigt sich schnell, wie tollkühn die Flieger damals waren: Es ist nämlich keine Kleinigkeit, die zerbrechlichen und instabilen Maschinen zu beherrschen.Das geht soweit, daß der Spieler mitunter von der Sonne geblendet wird.

Hat man den Bogen einmal raus, erwarten einen über den französischen Landschaften zielgenaue Flakgeschosse, die ringsherum explodieren, feindliche Fliegerstaffeln und vor allem die damaligen Fliegerasse der verschiedenen Nationen.

Red Baron 2 hebt sich wohltuend aus der Masse der gängigen Simulationen moderner Flugzeuge ab.Das Fluggefühl bietet gegenüber den vollautomatisierten HiTech-Jets wesentlich anspruchsvolleren Spielspaß.

Abstriche muß man jedoch bei der Grafik machen, die nicht mehr ganz dem neuesten Stand entspricht: 3D-Grafikkarten werden nicht unterstützt und die Auflösung wirkt insbesondere im Tiefflug oft sehr grob.Doch erfüllt die Grafik sehr wohl ihren Zweck, so daß sich beispielsweise die Flughöhe sehr gut einschätzen läßt."Red Baron 2" bietet zudem die Möglichkeit, sein fliegerisches Können auch mit menschlichen Mitspielern zu messen.Bis zu 16 Spieler können in maximal vier Teams gegeneinander antreten.

"Red Baron 2", Sierra, 70 Mark.Systemvoraussetzungen: Pentium 133, 16 MB RAM, 200 MB freien Festplattenspeicher und Windows 95, für flüssiges Spielen bei höchster Grafikauflösung wird ein Pentium 166 mit 32 MB RAM empfohlen.Multiplayerspiele werden über Modem, Netzwerk und Internet unterstützt.

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