Zeitung Heute : In ihrem Sinne

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DAS FRÜHE IDOL

Helmut Kohl war es, der Pflüger für die Politik begeisterte. Aber zu einem Gefolgsmann des Altkanzlers wurde er dadurch nicht. Dafür diente er wohl zu lange Richard von Weizsäcker als Mitarbeiter. Pflügers Buch über das „System Kohl“ erregte ein gewisses Aufsehen – er war einer der Ersten, die auf Distanz zu Kohl gingen. Ein Kritiker hielt Pflüger jedoch „eine durch nichts zu irritierende Naivität“ vor.

DAS ÜBER-ICH

Richard von Weizsäcker gilt als Pflügers politischer Lehrmeister und als dessen Vorbild. Damit dürfte Weizsäckers großbürgerliche Liberalität genauso gemeint sein wie die Fähigkeit des Altbundespräsidenten, scheinbar über den Niederungen der Parteipolitik zu schweben. Auch das Dirigentenhafte an Weizsäckers politischer Persönlichkeit scheint Pflüger beeindruckt zu haben. Er gibt sich so wenig hemdsärmelig und macherhaft wie der weise Wortesetzer Weizsäcker. Das könnte eine von Pflügers Stärken im Berliner Wahlkampf werden.

DER FREUND

Christian Wulff gehört sicherlich zu Pflügers politischen Freunden. Der niedersächsische Ministerpräsident wird bis auf weiteres ohne seinen Mann im Bundestag auskommen müssen. Doch Wulff soll schon deutlich gesagt haben, dass er Pflügers Engagement in und für Berlin kräftig unterstützen werde. Wulff und Pflüger gehören zu den Gründungsmitgliedern des „Andenpaktes“. Das ist eine einflussreiche Gruppierung ehemaliger Jungpolitiker der Union. Roland Koch, Peter Müller, Franz-Josef Jung gehören dazu – ein Männerbund, auf den sich Kanzlerin Angela Merkel bis jetzt noch verlassen kann.

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