Zeitung Heute : INDIODRAMA

Birdwatchers – Im Land der roten Menschen

Friedhelm Teicke

Im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul spielt der Spielfilm des Italieners Marco Bechis. Auf einem Fluss tuckert ein Boot mit Touristen. Da schälen sich aus dem Dickicht halbnackte Gestalten und schießen Pfeile ab, die viel zu kurz fliegen. Ein Wildniskitzel für die Touristen – und ein Zubrot für die Guarani-Kaiowá-Indianer. Bechis’ Film spielt mit solchen Irritationen. Nachdem zwei Jugendliche im Reservat Selbstmord begehen, sehen die Indios ihr einziges Heil darin, wieder an den Ort zurückzukehren, den einst ihre Ahnen bewohnten. Doch das Gebiet gehört einem Großgrundbesitzer. Dies ist keine Gute-Indianer-böse-Weiße-Story, denn Bechis vermeidet die Idealisierung der Indio-Lebensweise. Er gewann Indigene vom Stamm der Guarani-Kaiowá als Schauspieler, was dem Film große Authentizität verleiht. Angenehm unaufgeregt.Friedhelm Teicke

„Birdwatchers”, BR/I 2008, 108 Min., R: Marco Bechis, D: Avrísio da Silva Pedro, Alicélia Batista Cabreira

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