Zeitung Heute : Infos wichtiger als Entertainment

KURT SAGATZ

Erste Ergebnisse der Tagesspiegel-Umfrage zu Online-MedienVON KURT SAGATZ

"Das Internet ist kein Allheilmittel, sondern ein wichtiges Arbeits- und Kommunikationsmedium, das den direkten Kontakt der Menschen nicht ersetzen kann." Vertreten wurde diese Einschätzung zur Zukunft des Internet im Rahmen der gemeinsamen Befragung von Tagesspiegel und dem Dortmunder Meinungsforschungsinstitut forsa über das Nutzungsverhalten der Online-Medien.An der zweimonatigen Erhebung, die noch bis Ende des Monats über die Homepage von Tagesspiegel-online unter der Web-Adresse http://www.tagesspiegel.de zu erreichen ist, haben bislang rund 650 Personen teilgenommen. Zu den wichtigsten Ergebnissen aus dem bisherigen Verlauf der Internet-Befragung gehört der Bereich "Zusatznutzen von Online-Angeboten".Demnach ist jedem vierten Befragten Spiel und Spaß im Internet zwar wichtig oder sehr wichtig.Für die überwiegende Mehrheit (rund drei Viertel) sind jedoch die neuesten Informationen über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erheblich wichtiger als pure Unterhaltung.Dieser Trend wird auch durch andere Antworten bestätigt: Über 60 Prozent der Befragten erwarten von ihrer Online-Informationsquelle Links zu Originalquellen sowie Hintergrundinfos aus Datenbanken und Archiven.Beinahe ebenso wichtig (61 Prozent) ist den Nutzern, daß die Informationen mehrmals täglich aktualisiert werden, zumal der Informationsausstausch in Echtzeit zu den Stärken des Netzes gehört. Eine weitere zentrale Aussage lautet: Jeder Dritte schätzt am Internet vor allem die interaktiven Möglichkeiten wie Newsgroups, Links und Chatforen, die das Netz zu einem Erlebnis machen.Und dieses Erlebnis wollen Internet-User häufig genießen: Zwei von drei Nutzern surfen mehrmals wöchentlich durch das Netz, 43 Prozent der Befragten sogar täglich, wobei eine ähnlich starke Gruppe täglich mindestens eine Stunde in Verbindung mit dem Internet steht. Während die Umfrage von Tagesspiegel und forsa, die aus über 30 Fragen besteht, somit die These widerlegt, das Internet werde derzeit noch kaum in größerem Maße zur Informationsbeschaffung genutzt, konnte die Vermutung, daß der Frauenanteil im Netz höher als bislang angenommen ist, nicht bestätigt werden.Insgesamt haben sich zwar über 80 Frauen an der Umfrage beteiligt, gemessen an der Gesamtheit liegt deren Anteil aber dennoch bei gerade einmal 14 Prozent.Für die Macher der Internet-Inhalte sollte dies Anlaß genug sein, künftig mehr Angebote bereitzustellen, die auf die speziellen Bedürfnisse der weiblichen Netzbesucher ausgerichtet sind.

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