Zeitung Heute : Innovative Geräteentwürfe

GÜNTER HÖHNE

Innovative GeräteentwürfeGrundig kooperiert mit Studenten von Berliner HochschulenVON GÜNTER HÖHNE

Zur IFA vor zwei Jahren empfing die Besucher der Grundig AG am Entree des Ausstellungsstandes Zukunftsmusik besonderer Art: Designstudenten der Kunsthochschule Berlin-Weißensee stellten damals futuristische Eins-zu-eins-Modellösungen für interaktives Fernsehen, multimediale Home-Net-Endgeräte und deren tragbare "Außenstationen" vor.Eine Musterschau von Produkten, "wie sie etwa dergestalt im Jahre 2000 von den Bändern bei Grundig laufen werden", versicherten die angehenden Industriedesigner dem staunenden Publikum.Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth ließ sich in einen so intensiven Fachdisput um die utopisch anmutenden gestalterischen Visionen für "Informations-Konnektoren", "Mobil-Kommunikatoren" und Interaktionen per Fernseher ein, daß der Aufenthalt bei den Studenten das gesamte Rundgangprotokoll kippte. Auch in diesem Jahr gibt Grundig wieder jungen Designern in spe Gelegenheit zum Messeauftritt.Diesmal stellen sich Diplomanden der Hochschule für Kunst und Design Halle (Burg Giebichenstein) und Studenten aus Nürnberg sowie von der HdK Berlin mit innovativen Flachbildschirmgeräten, Autoradio- und Satellitenreceiver-Entwürfen vor.Wer sich für neueste, computergestützte Designentwicklungsverfahren in der Branche interessiert, kann sich in Halle 23 b zudem das 3-D-Rendering demonstrieren lassen. Die Zusammenarbeit mit dem Designernachwuchs ist bei Grundig seit Jahren fester Bestandteil der Produktentwicklungs-Strategie.Neben der Vergabe von Gestaltungsstudien an Hoch- und Fachhochschulen gewann in den letzten Jahren die Ausrichtung von Workshops zunehmend Bedeutung.Hier erarbeiten Studenten der Bereiche Produkt- beziehungsweise Kommunikationsdesign zusammen mit der Designerelite des Unternehmens immer regelmäßiger Zukunftsvisionen für den Audio-, TV- und Multimediasektor. Zu einer "Hochburg" solchen gemeinsamen Entwerfens entwickelt sich gegenwärtig der märkische Gutshof Sauen bei Beeskow, eine ländliche Außenstelle für kreative Klausuren der Berliner künstlerischen Hochschulen.Seit im vorletzten Wintersemester eine erste einwöchige Ideenschmiede von jeweils zehn Studenten der Kunsthochschule Berlin-Weißensee sowie zehn Grundig-Designern über 100 Einzel- und Systementwürfe für Telekommunikationsgeräte von morgen hervorbrachte, sind Sauener Seminare und Workshops fest im Terminkalender des "Kompetenz Center Formgestaltung" der Grundig AG verankert. Grundig-Chefdesigner Jürgen Schönborn: "Von den hochintensiven Workshops an diesem idealen Ort konzentrierten und zugleich entspannten Arbeitens profitieren alle Beteiligten enorm: Wir bekommen neue, muntere Ideen von Studenten, und die Hochschulen erhalten Praxisimpulse aus den Industrieunternehmen.Und wir lernen interessanten Design-Nachwuchs kennen." Gleich nach dieser IFA soll das nächste gemeinsame Designprojekt zwischen Grundig und Berliner Studenten starten, diesmal geht es um den Gestaltungsvorlauf für künftige Generationen von interaktiven Telekommunikationsgeräten mit Flachbildschirmtechnik.Im Frühjahr darauf gibt dem ein weiterer Workshop in Sauen den letzten Schliff."Für uns ist das nicht zuletzt auch ein ganz wichtiger Feinabgleich zwischen Lehre und beruflicher Praxis", unterstreicht Professor Hartmut Ginnow-Merkert von der Kunsthochschule Berlin-Weißensee den Wert der gemeinsamen Projektarbeit aus seiner Sicht."Mit der Industrie zusammenzukommen ist für uns wichtig, um zu erkennen, ob das, was wir unterrichten, noch relevant ist.Und mit Unterstützung der Industrie können wir Dinge tun, die in der Schule allein nicht möglich sind, schon aus finanziellen Gründen."

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