Zeitung Heute : Interims-Manager stärker gefragt

Gunnar Sohn

Der Markt für Interims-Management wächst. Nach den Daten des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater lag der Anteil am Gesamtumsatz der Unternehmensberaterbranche im Jahr 2002 noch unter einem halben Prozent. Bis Ende 2004 wird mit mit einer Verdoppelung gerechnet, so dass das Umsatzvolumen auf rund 100 Millionen Euro steigee. Gründe für den vermehrten Einsatz von Interim-Managern sieht BDU-Vizepräsident Joachim Staude vor allem in den derzeitigen Umsatzeinbrüchen, Restrukturierungen und drohenden Insolvenzen. , die vor allem bei mittelständischen Firmen zu erhöhtem Bedarf führten.

Interims-Manager nur als „Feuerwehrleute“ einzusetzen, die Sanierungen umsetzen und kurzfristige personelle Engpässe überbrücken, halt Vera Bloemer für falsch. Die Autorin des Buches „Interim Management – Top-Kräfte auf Zeit“ empfiehlt, das Wissen der „Manager auf Zeit“ auch für Generationswechsel und Projektmanagement ins Unternehmen zu holen. Zu lange galt nach Ansicht von Bloemer: Wer Experten von außen holt, kann seine Probleme nicht eigenständig lösen. Doch beim Engagement von Interims-Managern müsse es zugehen wie im Investmentbanking. Dort werde stolz in Anzeigen verkündet, wenn externe Fachleute für das Unternehmen arbeiten – das zeuge von Professionalität. Ein Umdenken in Unternehmen fordert auch Udo Nadolski, Chef des IT-Personaldienstleisters Harvey Nash in Düsseldorf: „In der Regel muss jemand für einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten gefunden werden, der nach einer relativ kurzen Phase von ein bis zwei Woche in der Lage ist, einen Geschäftsbereich oder eine Abteilung komplett zu übernehmen. Dies mit einem Youngster zu versuchen, ist einfach unmöglich." An dieser Stelle sei Seniorität gefragt.

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