Zeitung Heute : Internet und Infodienste

KURT SAGATZ

Pager-Dienste wollen Mehrwert bieten / Scall nun auch mit TextVON KURT SAGATZ

Vom Massenmarkt sind Pager, zu deutsch Funkrufempfänger, noch weit entfernt.Scall, Quix und TelMi konnten bislang gerade einmal anderthalb Million Stück der kleinen bunten Empfänger an das zumeist jugendliche Publikum absetzen, und das trotz erheblicher Marketinganstrengungen.Die beiden privaten Betreiber von Funkrufdiensten, der Deutsche Funkruf (TelMi) und Miniruf (Quix), wollen die Attraktivität der Geräte nun auch für ältere Nutzer durch Zusatzangebote erhöhen.Die Stichworte lauten Infodienste und Internet. In der IFA-Halle 7.2 demonstriert Quix lautstark, was Mehrwert bedeuten kann: In der MellowLounge, so der Name der Messepräsentation, wird Quix Bravo dem jugendlichen Szene-Publikum offeriert.Der Clou: Mit Bravo-Quixern können nicht nur persönliche Botschaften empfangen werden, sondern eben auch News "aus der Welt der Stars und Charts", aufbereitet von der Bravo-Redaktion.Die Verbreitung von Special-Interest-Themen läuft unter dem Namen Infodienste.Neben Bravo werden dpa-Nachrichten, Infos vom Deutschen Sportfernsehen sowie Börsen- und Wetter-News verbreitet, die abhängig vom jeweiligen Gerät (Quix News 1, 2, 3, 4, 5, Bravo Quix oder dem neuen Quix-Ultra) empfangen werden können. Eine ähnliche Strategie wird auch vom Konkurrenten TelMi gefahren.Auch hier gibt es für jedes Interesse den passenden Nachrichtendienst, der im Gegensatz zu Quix von jedem TelMi-Gerät nach Kauf einer Info-Card empfangen werden kann.Die Karten für TV Spielfilm und n-tv kosten 29,90 DM, Formel-1- und Bundesliga-News werden einmalig mit 49,90 DM berechnet. Das zweite Zugpferd ist die Erreichbarkeit der Pager aus dem Internet heraus.TelMi-Empfänger sind bereits seit längerer Zeit über ein Formular auf der Internet-Seite www.telmi.de zu erreichen.Auch die Betreff-Zeile einer E-Mail kann an den E-Mail-Rechner von TelMi geschickt werden und ist wenige Minuten später auf dem Display des Pagers nachzulesen.Und dies unentgeltlich. Doch nicht nur TelMi und Quix warten mit Neuigkeiten auf.Auch der Klassiker unter den Pager-Diensten, Scall, ist mittlerweile auf den Zug der Textbotschaften aufgesprungen.Konnten Scall-Nutzer in der Vergangenheit nur Zahlenbotschaften empfangen, beispielsweise eine Rückrufnummer, so sind die Scall-XT-Empfänger nun auch in der Lage, Textnachrichten genau wie Quix und TelMi zu empfangen.Wer wert auf Informationen legt, wird bei T-Mobil allerdings auf den Dienst Skyper verwiesen, der auch auf der Pager-Technik beruht.Für den Empfang der insgesamt 17 Infoprogramme verlangt die Telekom allerdings 99 DM bei jährlicher Zahlung.

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