Zeitung Heute : Internetanschluß für alle

KLAUS MARTIN HÖFER

Wie die Pilze sind in den vergangenen Jahren Weiterbildungsangebote für Multimedia-Berufe aus dem Boden geschossen.Der Bedarf an Fachleuten ist in dieser Branche zweifellos vorhanden: Rund 6000 neue Mitarbeiter suchen die deutschen Multimedia-Unternehmen nach Expertenschätzungen jährlich.Doch nicht immer werden die Firmen auf der Suche nach qualifizierten Bewerbern fündig.Mehr als 120 Weiterbildungsinstitute kümmern sich um die Schulung künftiger Multimedia-Spezialisten, wobei die Qualität der Angebote äußerst unterschiedlich ist.

Der Deutsche Multimediaverband (dmmv), in dem sich 500 Untenehmen zusammengeschlossen haben, hat daher Qualitätskriterien für mindestens zwölfmonatige Weiterbildungskurse aufgestellt, wobei der Verband von vier Berufsfeldern für Multimediafachleute ausgeht: Projektmanagement, Konzeption, Design und Programmierung.

Für sämtliche Kurse gilt: Höchstens 25 Teilnehmer, für jeden einen Computerarbeitsplatz und einen Internetanschluß.Ein verbindlicher Lehrplan muß für jeden neuen Kurs aktualisiert werden.Pro Lehreinheit muß den Teilnehmern eine schriftliche Ausarbeitung zur Verfügung gestellt werden, in der beschrieben wird, welche Kenntnisse jeweils mit dieser Einheit vermittelt werden sollen.Wert gelegt werden muß auf hohen Praxisbezug des Lehrgangs.Beispiele sollen aus dem aktuellem Berufsleben genommen werden, die Teilnehmer zudem darauf vorbereitet werden, später im Berufsalltag durch "permanentes Selbstlernen" mit den ständigen Neuerungen im Multimedia-Bereich Schritt zu halten.

Ein zweimonatiges, externes Praktikum muß nach der dmmv-Forderung Bestandteil des Lehrganges sein.Die Teilnehmer sollen im Rahmen einer über vier bis acht Wochen angelegten Projektphase ein eigenes Produkt erarbeiten.Wer als Weiterbildungsträger den Qualitätsanforderungen des dmmv genügen will, muß den Teilnehmern im Folgejahr eine Beratung anbieten und zudem regionale und überregionale Arbeitgeber sowie die Kursteilnehmer selbst nach den Chancen auf dem Arbeitsmarkt befragen.

Wer an einer Multimedia-Fortbildung teilnimmt, soll bereits bestimmte Qualifikationen mitbringen.Von künftigen Projektmanagern wird ein Hochschulabschluß vorzugsweise aus dem betriebswirtschaftlichen, dem kommunikations- oder medienwissenschaftlichen Bereich gewünscht, bei Designern der Abschluß eines künstlerisch-gestalterischen Studiums.Bei Konzeptionsfachleuten kommen zusätzlich gesellschafts- und geisteswissenschaftliche Studienabschlüsse in Betracht.Von künftigen Multimedia-Programmierern verlangt der dmmv insbesondere Hochschulabschlüsse aus dem Informatikbereich sowie aus technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen.Für alle gilt: Auch Studienabbrecher genügen den Anforderungen, ebenso Fachschulabsolventen mit ersten einschlägigen Berufserfahrungen sowie Praktiker mit langjähriger Berufserfahrung aus ähnlichen Bereichen.Für das Tätigkeitsfeld Konzeption zählen dazu beispielsweise Redakteure und Autoren.

Weitere Informationen auf der Homepage des Deutschen Multimediaverbandes http://www.dmmv.de oder direkt beim Verband (dmmv, Kaistraße 14, 40221 Düsseldorf, t 0211 / 852 86-13, Fax -15).

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