Interview : „Die Wissenschaft profitiert von der Kunst“

Tagungen, Ausstellungen, Forschungsprojekte: Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und an der Berlin-Brandenburgischen Akademie Sprecher des Lenkungsausschusses zum Jahresthema, im Gespräch über eine neue, alte Liaison.

Hermann Parzinger (52) ist Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und an der Berlin-Brandenburgischen Akademie Sprecher des Lenkungsausschusses zum Jahresthema. Foto: Promo/SPK
Hermann Parzinger (52) ist Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und an der Berlin-Brandenburgischen Akademie Sprecher...

Herr Parzinger, das Jahresthema der Berlin-Brandenburgischen Akademie „Wissenschaft und Kunst“ suggeriert einen Widerspruch. Sehen Sie da einen?
Nein, ich sehe eher ein Drängen, wieder stärker in einen Dialog zu treten. Diese Entwicklung hat schon vor der Ausrufung des Jahresthemas eingesetzt, etwa im Bereich der Bio Art. Es handelt sich oft um Zukunftsfragen, wie die Kreation von neuem Leben durch den Menschen, die für die Wissenschaft wichtig sind, aber auch Künstler beschäftigen. Die Verbindung von Fakten mit assoziativem Wissen ist kreativ für beide Seiten. Die Förderung dieses Dialoges wird einen nachhaltigen Effekt für die Wissenschaft wie für die Kunst haben.

Für die Akademie ist es ein Novum, mit Künstlern zusammen zu arbeiten: dass etwa Tinka Bechert als Artist in Residence aus Aufzeichnungen des Ägyptologen Lepsius Rauminstallationen schuf. Was bringen solche Projekte?

Tinka Bechert ist die Ururenkelin von Lepsius und hat unter anderem dessen Tagebücher ausgewertet. Sie hat historische Fakten mit assoziativem Wissen verknüpft; das ist modellhaft. Wir müssen stärker in die Öffentlichkeit bringen, was Wissenschaftler machen, zu welchen Ergebnissen sie kommen. Das wirft die Frage nach der Visualisierung auf, auch durch künstlerische Installationen, die zum Denken anregen, neugierig machen. Darin besteht der Wert einer engeren Verknüpfung von Wissenschaft und Kunst.

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