Zeitung Heute : Iren trotzen der EU: Wir brauchen keine Hilfe

Brüssel - Irland will kein Geld von der EU, aber die Euro-Staaten bleiben besorgt. „Irland hat keinen Antrag auf fremde Hilfe gestellt“, sagte Premier Brian Cowen am Dienstag in Dublin. Dennoch streiten die Euro-Länder über Hilfe für die hochverschuldete Insel. Die Europäische Union bereitet einen Notfallplan für die maroden irischen Banken vor. Daran arbeite die EU-Kommission derzeit mit Irland, dem Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank, sagte Währungskommissar Olli Rehn am Dienstag nach einem Treffen der Euro-Gruppe in Brüssel. Das Programm könne aktiviert werden, wenn es nötig sei und von den Iren angefragt werde. Zuvor hatte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy wegen der Euro-Krise um Irland alarmiert festgestellt, die gesamte EU sei in Gefahr. „Wir müssen alle zusammenarbeiten, um das Überleben der Euro-Zone zu sichern“, sagte der Belgier, „wenn die Euro-Zone nicht überlebt, wird die Europäische Union nicht überleben.“

Derweil sind die Verhandlungen um den EU-Haushalt für 2011 gescheitert. Vertreter von EU-Parlament und EU-Regierungen trennten sich ohne Ergebnis. Eine fristgerechte Verabschiedung ist nun fraglich. Gelingt sie nicht, erhält die EU ab Januar pro Monat ein Zwölftel des Haushalts 2010. Wichtigen Vorhaben drohen damit Finanzierungsprobleme. dpa/AFP

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