Zeitung Heute : IRLAND UND DER KATHOLIZISMUS

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Der Nationalheilige der Iren kam aus Großbritannien – und nicht mal freiwillig. Banditen hatten den 16Jährigen gekidnappt, nach Irland verschleppt und zum Sklaven gemacht. Sechs Jahre lang hat er als Schäfer gearbeitet, allein in der Gesellschaft von Gott, wie er bemerkte. Nach seiner Flucht hat Patrick Klöster, Kirchen und Schulen gegründet; mit der Natur bestens vertraut, erklärte er den Kelten anhand des Kleeblatts die Dreieinigkeit. Eine Mission mit Erfolg: 93 Prozent der Iren sind noch heute, 1600 Jahre danach, katholisch. Am Todestag des Nationalheiligen, dem 17. März, wird nun der St. Patrick’s Day gefeiert. Ganz in Grün. Vor allem in Amerika, wo dreimal so viel Iren wie auf „Emerald Isle“, der grünen Insel selbst leben sollen, wird gefärbt, gefeiert und getrunken. Das Bier schäumt wie Waldmeister, der Champagner perlt wie Basilikum, der Chicago River fließt dahin wie Spinat. Die Farbe der Hoffnung gilt daheim, auf der regensatten Insel, als politisches Symbol: 1922, nach dem Abzug der britischen Truppen, wurde alles grün angemalt, die Busse, die Post, die Bahn und die Geldscheine. kip

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