Zeitung Heute : Israel nennt Bedingungen für Waffenruhe

Gaza/Tel Aviv - Beim bislang folgenschwersten Angriff seit Beginn der elftägigen Militäroffensive Israels im Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben mindestens 40 Menschen getötet worden. Wie die Gesundheitsbehörde in Gaza mitteilte, wurden Dutzende Menschen verletzt. Nach Augenzeugenberichten handelte es sich um einen Luftangriff auf eine zum UN-Hilfswerk für Palästinaflüchtlinge (UNRWA) gehörende Schule in einem Flüchtlingslager. Der Angriff kam den Berichten zufolge, nachdem Palästinenser aus einem angrenzenden Gebiet zur Schule auf israelische Truppen mit Mörsergranaten geschossen hatten.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde ist die Zahl der palästinensischen Todesopfer seit Beginn der Offensive am 27. Dezember auf über 600 gestiegen. Die israelische Armee drang am Dienstag tiefer in den Gazastreifen vor. Angesichts wachsender internationaler Aufrufe zu einem Ende des Blutvergießens nannte der amtierende israelische Ministerpräsident Ehud Olmert erste Bedingungen für eine Waffenruhe. Danach soll es eine Feuerpause nur bei verbindlichen Zusagen über einen Stopp der Raketenangriffe militanter Palästinenser sowie des Waffenschmuggels in den Gazastreifen geben. Der Generaldirektor für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit im israelischen Außenministerium, Aviv Shir-On, erklärte, Israel wolle die Hamas nicht vernichten, sondern ihr eine Lektion erteilen.

EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner hatte zuvor bei einem Gespräch mit Präsident Schimon Peres erneut für eine Feuerpause geworben. US-Außenministerin Condoleezza Rice wollte noch am Dienstag zum UN-Hauptquartier in New York aufbrechen, um mit arabischen Ministern und Verbündeten über eine Feuerpause zu beraten. dpa

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben