Zeitung Heute : IWF sieht düstere Zeiten für Europa Aber günstige Prognose für Deutschland

Berlin - Angesichts der europäischen Schuldenkrise hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognose für die Weltkonjunktur deutlich nach unten korrigiert. Statt um 4,0 Prozent werde die Wirtschaft nur um 3,3 Prozent zulegen, erklärte die Organisation am Dienstag. Besonders schlecht werde sich die Lage in Europa entwickeln: Hier sieht der IWF eine Rezession von minus 0,5 Prozent. In Italien und Spanien werde das Bruttoinlandsprodukt sogar bis Ende 2012 schrumpfen. Für Deutschland rechnen die Ökonomen mit einem Plus von 0,3 Prozent in diesem Jahr und um 1,5 Prozent im kommenden.

„Die Lage an den Finanzmärkten hat sich verschlimmert, die Wachstumsaussichten haben sich verdüstert, und die Abwärtsrisiken sind spürbar gestiegen“, heißt es in dem Bericht. Nicht auszuschließen sei sogar ein Abrutschen der Euro-Wirtschaft um bis zu vier Prozent. Der Fonds  forderte von den Regierungen eine Sanierung ihrer Etats und eine Erhöhung der Rettungsmittel für angeschlagene Staaten.

Da dies höhere Lasten für Deutschland bedeuten würde, regt sich in der Koalition Widerstand. „Ich sehe keine Veranlassung, an den 500 Milliarden Euro zu rütteln“, sagte CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt mit Blick auf den Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM. Diese Obergrenze hatten die EU-Finanzminister am Montagabend vereinbart. „Die Priorität muss weiter auf der Haushaltssanierung liegen“, forderte der FDP-Haushaltspolitiker Otto Fricke. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine Erhöhung bislang nicht kategorisch ausgeschlossen, will aber erst einmal abwarten. Diese Linie vertritt auch Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Es sei vereinbart, über den Umfang demnächst zu reden, sagte er. „Im März wird überprüft, ob es reicht oder nicht.“ brö

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