Zeitung Heute : Ja, aber…

Spielehersteller begrüßen grundsätzlich den neuen Jugendschutz, sehen aber noch Schwachstellen

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Das neue Jugendschutzgesetz soll mit klaren Richtlinien für Eintracht zwischen Spieleherstellern und der Bundesprüfstele für jugendgefährdende Medien (BPjM) sorgen. Die branchennahe UnterhaltungssoftwareSelbstkontrolle (USK) spielt dabei eine tragende Rolle: Seit Inkrafttreten der Gesetzes-Novelle am 1. April beauftragen die Bundesländer die USK-Tester mit der Prüfung der Software auf jugendschutzrelevante Inhalte.

Jedes Spiel, das in einem Kaufhaus-Regal liegt, muss den USK-Sticker tragen, der den Käufer verpflichtet, sein Alter auszuweisen. Alle Empfehlungen bis 16 Jahre werden von den Ländern übernommen; Brutalo-Titeln bleibt eine Jugendfreigabe versagt. Gänzlich autonom ist die USK aber nicht: Ein Jugendbeauftragter der Länder muss die Empfehlungen erst freigeben – und kann ein Veto einlegen. Jens Uwe Intat von Electronic Arts begrüßt das neue Jugendschutzgesetz grundsätzlich, hat aber auch Bedenken: „Ich bin froh, dass die USK jetzt offiziell für die Altersfreigaben zuständig ist. Ich bin aber gespannt, wie der Ländervertreter die Produkte verstehen.“

Ähnlich sieht die Position des Verbandes der Unterhaltungssoftware Deutschland (VUD) aus. Deren Chef Hermann Achilles hält das neue Gesetz ebenfalls für sinnvoll, deckt aber auch Schwachstellen auf. Insbesondere der Versandhandel habe zurzeit größere Probleme, da die Prüfung des Alters aufwendiger und der Internet-Vertrieb kaum kontrollierbar sei. Aber auch der Einzelhandel müsse sich umstellen.

Am Rande des Kanzlertreffens kündigte Achilles den weiteren Ausbau der Internet-Plattform www.zavatar.de an, die VUD und USK gemeinsam betreiben. Die Web-Seite soll zukünftig noch umfassender über das Produktangebot der Spiele-Industrie informieren und Handel wie Konsument gleichermaßen dienlich sein. bp

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