Zeitung Heute : JAPANER HABEN NUR NOCH THEORETISCHE CHANCE AUF EIN WEITERKOMMEN: Davor Suker verhindert eine Blamage

NANTES .Davor Suker hat Kroatiens enttäuschende Ballkünstler vor einer Blamage bewahrt und für die Balkan-Kicker das Tor zum Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft weit aufgestoßen.Der 30jährige Edelreservist von Real Madrid erzielte am Sonnabend in Nantes mit seinem zweiten Turnier-Treffer in der 77.Minute das goldene Tor zum 1:0 (0:0) der Südeuropäer gegen WM-Debütant Japan.Vor 39 500 Zuschauern gewannen die Asiaten in einer "Hitzeschlacht" zwar erneut viele Sympathien, verloren jedoch wie schon im ersten Spiel der Vorrundengruppe H gegen Argentinien die Punkte und haben damit nur noch theoretische Chancen auf ein Weiterkommen.

Im Glutofen des Stade La Beaujoire lieferten die hochdotierten kroatischen Stars über 90 Minuten eine geradezu peinliche Vorstellung.Gegen die Japaner, die entgegen der Ankündigung ihres Trainers Okada, volles Risiko zu gehen, sehr verhalten begannen, zeigten die "Brasilianer des Balkans" in der Offensive eine äußerst dürftige Leistung.Millionen-Star Suker vergab Torchancen gleich im halben Dutzend für die ohne den verletzten Boban spielenden Kroaten.Sein Nebenmann Stanic brachte in der 19.Minute sogar das große Kunststück fertig, den Ball freistehend am Tor von Kawaguchi vorbeizuschießen.

Unterstützt von rund 20 000 Fans legten die Söhne Nippons nach etwa 20 Minuten die Hemmungen vor dem Gegner ab und übernahmen unter der Regie ihres rothaarigen Regisseurs Nakata selbst das Kommando.Im Angriff fehlten den flinken Asiaten bei ihrem "Heimspiel" allerdings wie schon zum Turnier-Auftakt gegen Argentinien die Durchschlagskraft und die Kaltblütigkeit im Abschluß.Bei ihrer größten Chance war allerdings auch Pech im Spiel: Gegen den von Nakata glänzend freigespielten Nakayama (34.) rettete nur eine Reflexbewegung von Ladic die enttäuschende Balkan-Elf vor dem drohenden Rückstand.

Mit der Einwechslung von Angreifer Vlaovic für Verteidiger Stimac versuchte Trainer Blazevic mit Wiederbeginn, das klägliche Sturmspiel seiner Mannschaft auf Touren zu bringen.Doch auch der 25jährige vom FC Valencia war nicht in der Lage, dem statisch wirkenden kroatischen Spiel Leben einzuhauchen.Im Gegenteil: Die zweite Halbzeit stand ganz im Zeichen der zweikampfstarken und ballsicheren Japaner, die sich gegen das nun auch konditionell abbauende Star-Ensemble aus Europa klare Feldvorteile erspielten und sogar mit technischen Kabinettstückchen glänzten.So löste ein Fallrückzieher von Jo (58.) stürmischen Beifall aus.

Mitten in die japanische Drangperiode hinein stellte Sukers Tor den Spielverlauf beinahe auf den Kopf.Nach einer Flanke von Asanovic nutzte der von der japanischen Abwehr einen kleinen Moment lang aus den Augen gelassene Angreifer seine Chance eiskalt und überwand Torhüter Kawaguchi mit einem nicht unhaltbar scheinenden Flachschuß.

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